Jeden Monat im Treffpunkt „An der Clemenskirche“

Kostenloser Haarschnitt in Münster für sozial Benachteiligte

Einmal im Monat schneiden Friseure der Friseur-Innung Münster Menschen in sozialen Notlagen kostenlos die Haare. Das Angebot seit Januar im Treffpunkt „An der Clemenskirche“ in Münsters City wird gut angenommen, meldet die Pressestelle des katholischen Krankenhausträgers Alexianer-Misericordia. „Die Anmeldelisten sind innerhalb einer Woche voll“, sagt Treffpunkt-Leiter Matthias Eichbauer.

An bis zu drei Haarschneideplätzen und einem Bartschneideplatz arbeiten die Friseure ehrenamtlich. Von Monat zu Monat wechseln sich Teams der beteiligten Salons ab. „Man kann richtig miterleben, wie die Menschen aufblühen, wenn sie mit frisch geschnittenen Haaren den Treffpunkt wieder verlassen“, sagt Jan-Hendrik Schade, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Münster. Viele der Kunden könnten sich einen Friseurbesuch ansonsten nicht leisten.

Wie ein Haarschnitt Perspektive gibt

Dabei kann er ganz praktisch helfen – wie bei Adrian aus Polen. Der 35-Jährige lebte mehr als ein Jahr lang auf der Straße, inzwischen hat er ein Zimmer. Die Haare hat er sich wegen eines Vorstellungsgesprächs schneiden lassen. Dass die gepflegte Erscheinung seine Chancen verbessert, davon ist er überzeugt.

Auch die Friseure profitieren, berichten diese: „Wir fassen die Menschen ja an. Diese Zuwendung führt oft dazu, dass sich die Menschen öffnen“, sagt die Obermeisterin der Friseur-Innung, Rosemarie Ehrlich. So würden die Herausforderungen eines Lebens am Rand der Gesellschaft zum Thema.

Wo die Friseure zu finden sind

Der Treffpunkt „An der Clemenskirche“ in der Nähe von Raphaelsklinik und Euthymia-Zentrum (An der Clemenskirche 8) ist eine Anlaufstelle für Menschen in sozialer Not. Sie finden Zuflucht, eine warme Mahlzeit und vielfältige Unterstützung, etwa bei Behördenfragen und Ämtergängen.