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Es ist eines der stimmungsvollsten Ereignisse der Heiligen Woche in Rom: der Kreuzweg am Kolosseum. Für Leo XIV. war es das erste Mal.
Papst Leo XIV. ist am Karfreitag zum ersten Mal den traditionellen Kreuzweg am römischen Kolosseum gegangen. Der 70-Jährige trug schweigend das schlichte Kreuz durch das mit Fackeln erleuchtete Amphitheater. Rund 30.000 Gläubige waren seit dem Nachmittag auf den Platz am Forum Romanum geströmt, um an dem stimmungsvollen Ereignis teilzunehmen. Sie waren das Publikum für die mitunter sehr politischen Mediationstexte, die über die 14 Kreuzwegstationen gesprochen wurden.
Verfasst hatte sie in diesem Jahr der Franziskaner Francesco Patton, der lange eine kirchliche Führungsposition im Nahen Osten innehatte. Er ergänzte die Bibeltexte zum Leiden und Sterben Jesu mit Auszügen aus den Schriften seines Ordensgründers, des heiligen Franz von Assisi. Bei den Meditationen stand das menschliche Leid im Mittelpunkt und wurde von Forderungen nach mehr Respekt vor der Menschenwürde ergänzt.
Menschen werden in Kriegsgebieten niedergemetzelt
In den Texten wurde erinnert an Menschen, "die etwa während einer Demonstration abgeführt und inhaftiert werden, die deportiert werden aufgrund einer Politik, die kein Mitleid kennt, die auf verzweifelten Reisen der Hoffnung Schiffbruch erleiden, die in Kriegsgebieten niedergemetzelt werden, die in Vernichtungslagern ausgelöscht werden".
Sie klagten die Verwüstungen der Kriege an, Massaker und Völkermorde, den Zynismus herrischer Menschen und Gleichgültigkeit. Ebenfalls verurteilten sie Missbrauch, Mord, Folter, Vertreibung, Menschenhandel und Armut. Enthalten waren Appelle für mehr Respekt, Mitleid, Mitgefühl, ein neues Gefühl für Scham und die Kraft, die Würde jedes Menschen zu verteidigen.