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Weg rund um Lüdinghausen zu den „Wunden unserer Zeit“

Kreuzweg zu 15 Hofkreuzen in sieben Bauerschaften

  • Der Arbeitskreis der Bauerschaft-Vertreterinnen in Lüdinghausen hat einen Kreuzweg zu 15 Hofkreuzen vorbereitet.
  • Die Kreuze werden thematisch zu „Wunden unserer Zeit“ gestaltet – etwa zur Flüchtlingsnot, zur Corona-Pandemie oder zur Umweltverschmutzung.
  • Eine Karte führt die Fuß- oder Radpilger die gesamte Karwoche über die 43 Kilometer lange Strecke zu den Stationen.
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Es ist eine Notlösung, die das Zeug dazu hat, eine neue Tradition zu werden. Als 2020 der gemeinsame Karfreitags-Kreuzweg über die Höfe rund um Lüdinghausen wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, war die Enttäuschung unter den Anwohnern groß. „Da sollte uns nicht wieder passieren“, sagt Dorothea Tappe vom Arbeitskreis der Bauerschaft-Vertreterinnen. „Wir haben deshalb schon früh eine Alternative ins Auge gefasst.“

Die aktuelle Corona-Situation zeigt, dass die Initiative damit richtig lag. Der Weg zu verschiedenen Hofkreuzen einer Bauerschaft ist in der großen Pilgergruppe auch in dieser Karwoche nicht möglich.  „Wir haben deshalb ein Konzept entwickelt, das Corona-konform ist und trotzdem die Möglichkeiten gibt, an den Kreuzen der einzelnen Höfe Station zu machen.“

15 Kreuze, 15 Themen

Dieses Mal geht es nicht nur durch eine ausgewählte Bauerschaft, sondern durch alle sieben, die an Lüdinghausen grenzen. 15 Hofkreuze werden zu Stationen, die sich jeweils einem bestimmten Thema widmen.

„Wir wollen an jedem Halt auf eine Wunde unserer Zeit schauen“, sagt Tappe. Etwa die Situation von Flüchtlingen, Vereinsamung oder die bedrohte Schöpfung werden mit Texten und Gebeten in den Blick genommen.

Besondere Gestaltung

Die Orte sollen dazu thematisch gestaltet werden. Geplant ist zum Beispiel, ein Boot als Zeichen für die Not der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer vor ein Kreuz zu stellen. Oder eine Holzfigur, die auf dem Kopf steht, um die belastende Lebenssituation vieler Menschen in der Pandemie zu symbolisieren.

Lucie Kleuter wird ein Kreuz in der Bauerschaft Brochtrup-Westrup zum Thema Depression gestalten. Sie wird ein Bild mit zwei Händen, die sich halten, aufhängen. „Ein Zeichen dafür, dass den Menschen in dieser Situation die Hand gereicht werden muss.“ Etwa 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erlebt in ihrem Leben einmal eine Depression, hat die Landwirtin recherchiert. „Es ist eine schwerwiegende Erkrankung, die aber geheilt werden kann, wenn es jemanden gibt, der hilft.“

Im Einmachglas vor Wind und Wetter geschützt

Das alles hat sie auf ein großes Blatt geschrieben, dazu einen Psalm und ein Gebet. Eine große Version davon wird sie einlaminieren und ans Kreuz hängen. Eine kleine Version soll in einem Einmachglas danebenstehen. „Damit es in die Hand genommen und aus der Nähe gelesen werden kann“, sagt Kleuter. Wichtig ist ihr auch der Schutz vor Regen und Wind, denn das Material wird dort von Palmsonntag bis Karfreitag bleiben.

Die lange Zeitspanne für ihren besonderen Kreuzweg haben die Initiatoren bewusst gewählt. „Weil sie auch die Menschengruppen entzerrt, die sich auf den Weg machen“, sagt Margret Pernhorst, die vor einigen Jahren den Arbeitskreis gründete, um vor Ort religiöse Projekte zu organisieren.

„Wir wollen möglichst Kontakt zwischen den Besuchern vermeiden.“ Das gelingt auch mit den langen Wegstrecken dazwischen, die sich auf 43 Kilometer summieren. „Zu Fuß ist das an einem Tag kaum zu schaffen.“ Die Idee ist, dass an einzelnen Tagen nur bestimmte Kreuze angesteuert werden. Oder sich mit dem Rad auf den Weg gemacht wird.

Karte für Fuß- und Radpilger

Die Initiatoren von der Arbeitsgemeinschaft der Bauernschaft-Vertreterinnen präsentieren die Fotos der Hofkreuze in der Werktagskapelle der St.-Felizitas-Kirche in Lüdinghausen (von links): Margret Pernhorst, Friedhelm Theveßen und Dorothea Tappe. | Foto: Michael Bönte
Die Initiatoren von der Arbeitsgemeinschaft der Bauerschaften präsentieren die Fotos der Hofkreuze in der Werktagskapelle der St.-Felizitas-Kirche (von links): Margret Pernhorst, Friedhelm Theveßen und Dorothea Tappe. | Foto: Michael Bönte

Mit finanzieller Unterstützung der Pfarrgemeinde St. Felizitas in Lüdinghausen und Seppenrade hat der Arbeitskreis eine Karte erstellt. „Kreuzfahrt – die Wunden unserer Zeit“ ist sie überschrieben und zeigt die genauen Positionen und Adressen der Stationen. Zu sehen sind auch Fotos der Kreuze mit einigen Hintergrundinformationen dazu. „Auch das ist für viele sicher spannend“, sagt Tappe. „Welche Geschichten stecken hinter den einzelnen Kreuzen?“

Wer sich die Wege nicht zumutet, findet in der Werktagskapelle der St.-Felizitas-Kirche in Lüdinghausen die Hofkreuze auf großformatigen Bildern und die Texte dazu. Auch die Karten liegen dort kostenlos aus. In digitaler Form ist das Material unter www.stfelizitas.de zu finden.

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