POLITIK

„Hochgradig unverantwortlich“: Erzbischof Bentz verurteilt Iran-Krieg

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Der Paderborner Bistumsleiter ist Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Wie er das Vorgehen der USA und Israels einschätzt.

Von KNA

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat die Militärangriffe der USA und Israels auf den Iran sowie die gezielten Tötungen iranischer Führungspersonen scharf verurteilt. Man sei einem konstruktiven Regimewechsel nicht wirklich nähergekommen und habe nur zu einer weiteren Destabilisierung des gesamten Mittleren Ostens beigetragen, sagte der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur am Dienstag in Berlin. „Ich halte dies für hochgradig unverantwortlich und das dadurch provozierte Risiko weiterer Eskalationen aus der Sicht der christlichen Friedensethik nicht ansatzweise für vertretbar.“

„Dass von dem Iran eine Bedrohung für die Region und insbesondere für Israel ausgeht, ist unbestritten. Fakt ist aber auch, dass die Sicherheit in der Region durch diesen Krieg nicht erhöht wird“, sagte Bentz. „Der kurzfristigen Einschränkung der iranischen Handlungsfähigkeit stehen mittelfristige Radikalisierung und Destabilisierung gegenüber.“ Bentz ist auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz. „Ich habe keinen Grund zur Annahme, dass dieser Krieg die Region einem nachhaltigen Frieden näherbringt.“

Gezielte Tötungen nicht vertretbar

Scharf kritisierte er zudem die gezielte Tötung der iranischen Führung durch das israelische und US-Militär. Das sei ethisch nicht zu rechtfertigen: „Ich bin erschrocken über die anwachsende Gewöhnung an den Gebrauch dieser tödlichen Gewaltmittel.“ Am Vormittag meldete Israel erneut die Tötung weiterer wichtiger iranischer Funktionäre. Irans oberster Führer Ali Chamenei starb am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff.

Bentz betonte: „Die Illusion, dass sich mit entschiedener Gewalt Probleme nachhaltig lösen ließen, darf sich nicht in unserem Denken breitmachen. Waffen sind, wenn überhaupt, absolute ultima ratio einer Verteidigung. Sie können nie Mittel für politische Lösungen sein.“ Er mahnte die Einhaltung der völkerrechtlichen Standards an und rief zur Rückkehr zu Verhandlungen auf. „Die Geringschätzung des Völkerrechts, die in diesem Angriff zum Ausdruck kommt, ist in hohem Maße beunruhigend“, so Bentz.

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