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Einen Krimi über Glauben und Schattenseiten eines eher unbekannten Kirchen-Berufs legt Heinz-Ulrich Tenkotten vor. Er weiß, wovon er schreibt.
Als Karl H., Küster von St. Servatius, mitten in der Nacht zu einem Todesfall gerufen wird, ahnt er nicht, dass dieser Einsatz weit über die Routine seiner sonstigen Kirchenarbeit hinausgeht. Ein geschätzter Kollege und Freund ist überraschend gestorben – scheinbar eines natürlichen Todes. Doch Zweifel keimen auf …
So steigen die Leserinnen und Leser ein, wenn sie den Kriminalroman von Heinz-Ulrich Tenkotten mit dem Titel „Die verlorene Verkündigung – Eine Geschichte aus der Kirche von hinten“ zur Hand nehmen. Ein atmosphärischer Krimi über Freundschaft, Glaube, Loyalität und die Schattenseiten eines eher unbekannten dienstleistenden Berufs – eben des Küsters oder Kirchendieners, der für alle Gemeindemitglieder sichtbar viele Dinge in der Kirche regelt.
Ein Küster gerät zwischen die Fronten
Der Krimi hat ein dichtes Zeitfenster. Alles ereignet sich in einer Woche, der Karwoche. Während die Kirche sich auf die Ostertage vorbereitet und interne Machtspiele in der Gemeinde toben, gerät Küster Karl zwischen die Fronten. Soweit zur zentralen Figur des Krimis.
„Ich habe ein Buch geschrieben, in denen ich meine Erfahrungen mit der Liturgie und dem Alltag der Menschen in der katholischen Kirche festhalten wollte. Auf Vorschlag des Verlags in Form eines Krimis, um mehr Menschen zu interessieren“, sagt Heinz-Ulrich Tenkotten.
Verankert im Gemeindeleben
Mehr als 20 Jahre war er Küster an der St.-Georg-Kirche und in der Pfarrei Heilige Edith Stein in Marl im Kreis Recklinghausen. Er kennt den Beruf in- und auswendig. Er ist von klein auf katholisch sozialisiert und blickt auf eine lange Zeit in der kirchlichen Jugendarbeit und auf weitere Engagements zurück.
Mehr als 20 Jahre leitete er die Theaterwerkstatt St. Georg, schrieb für diese jedes Jahr ein Theaterstück und inszenierte die Aufführungen. Das Schreiben und Dichten sind dem studierten Germanisten nicht fremd. „Ich schreibe, seit ich schreiben kann“, sagt er schmunzelnd. Literatur sei immer seine große Leidenschaft gewesen, sagt der 68-Jährige, aber immer auch die Kirche, deren Umbrüche er in den letzten Jahrzehnten hautnah erlebt habe.
Deshalb hat er nach dem Eintritt in den Ruhestand vor zwei Jahren einen Roman geschrieben, der Einblicke in die jüngere Kirchengeschichte geben kann, die gekennzeichnet ist durch Kirchenaustritte, Kirchenferne und ein zunehmendes Unwissen in Glaubensfragen.
Verlust kirchlicher Traditionen
„Mir lag daran, den Schatz unserer Traditionen, hier vor allem die Osterzeit, in Erinnerung zu bringen, bevor möglicherweise die Veränderungen in unserer Gesellschaft und Kirche manches der Vergessenheit anheimgeben können. Ich denke da vor allem an die Auswirkungen des Schrumpfungsprozesses, des Priestermangels und der Diskussionen um den Sinn und die Abschaffung einiger unserer Feiertage“, erklärt Heinz-Ulrich Tenkotten die Motivation, eben dieses Buch zu schreiben.
Es sei ein Roman, wie er betont: „Die Geschichte und die darin auftretenden Figuren und ihre Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen wären frei erfunden.“
Figuren sind frei erfunden
Natürlich gebe es in vielen katholischen Gemeinden die dargestellten Strukturen, Ämter, Berufe und Dienste wirklich. Und auch die Menschen, die diese bekleideten. „Ein Vergleichen der Protagonisten mit ihnen liegt dem Leser vielleicht nahe. Zudem entsprechen Ort und die Zeit sowie die Liturgie „einer gewissen Realität, soweit diese literarisch überhaupt zweifelsfrei einzufangen ist“, erklärt der Krimi-Autor.
Lesende des 300-seitigen Romans erfahren viel über die Arbeit eines Küsters, über die Kar- und Ostertage und über kirchliche Rituale und Symbole. Was ein Kommunionhelfer, eine Korporale, ein Kelchtuch ist, was es mit einem Hochgebet, mit den Heiligen Ölen und einer Monstranz auf sich hat, erklärt Heinz-Ulrich Tenkotten kurz und bündig in einem Anhang.
Erklärungen von Glaubensinhalten
So finden auch „Nichtkenner“ der Kirche schnell einen Einstieg in ein Buch, das auf interessante Weise Glaubenswissen vermittelt und eine Zeit nahebringt, als die Kirchen noch voll waren und alle wussten, was ein Küster zu tun hat – eine Hommage also an einen mittlerweile unbekannten dienstleistenden Beruf.
Das Buch
„Die verlorene Verkündigung“ (ISBN 978-3-947880-09-6) ist im Verlag „Bücherplantage“ Gelsenkirchen erschienen und kostet 14,90 Euro. Das Buch ist bequem bei unserem Partner Dialogversand bestellbar: Tel. 0251/4839-210, Mail: service(at)dialogversand.de