Darstellung in St. Franziskus erinnert an Probleme im Heiligen Land

Krippe mit Schlagbaum in Recklinghausen – wegen der Lage in Bethlehem

  • Im orientalischen Stil ist die diesjährige Krippe in St. Franziskus in Recklinghausen-Stuckenbusch gestaltet.
  • Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, die Krippe vom Ersten Weihnachtstag bis zum 24. Januar 2021 von 11 bis 17 Uhr zu betrachten.
  • Früherer Pfarrer Hünting: „Wir sind eine Wallfahrtskirche zum Jesuskind in der Krippe.“
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Das Krippenteam in der Gemeinde St. Franziskus in Recklinghausen-Stuckenbusch präsentiert in diesem Jahr die orientalische Variante ihrer traditionell großen Weihnachtskrippe. „Auf mehr als 60 Quadratmetern zeigen wir wieder eine beeindruckende Landschaft, die hoffentlich viele Besucherinnen und Besucher anlocken wird“, sagt Günter Drax vom Krippenteam.

Etwa vier Wochen hat der Aufbau in der Kirche St. Franziskus an der Friedrich-Ebert-Straße 231 gedauert. Besonders Gerda Nowak und Christiane Lück haben sich viel einfallen lassen, um die Figuren und Puppen mit passenden Kostümen auszustatten. „Ich habe das Gefühl, dass unsere Krippe immer größer wird“, sagt Drax.

Der heilige Franziskus sitzt bescheiden am Rand

Bereits Ende November haben die Krippenbauer die Unterkonstruktion gezimmert. Etwa ein Kubikmeter Sand trägt sie. 20 Figuren zeigen die Heilige Familie, die Hirten in der Anbetung und am Herdfeuer, 50 Tierfiguren, darunter auch ein „schwarzes Schaf“, umrahmen die Heilige Familie. Nicht fehlen darf der heilige Franziskus, der bescheiden am Rand steht mit der Friedenstaube in der Hand. „Man spürt seine Liebe zur Schöpfung Gottes und zu den Tieren“, sagt Drax.

Die diesjährige Darstellung ist der Geburtskirche in Bethlehem nachempfunden. Mitten in der Landschaft prangt ein Schlagbaum. Er steht symbolisch für die Teilung des Heiligen Landes. Heute ist Bethlehem, im palästinensischen Westjordanland liegend, durch eine acht Meter hohe Stahlbetonmauer von Israel und dem 15 Kilometer entfernt liegenden Jerusalem abgetrennt. Sie ist Bestandteil der 760 Kilometer langen Grenzbefestigung zwischen Israel und den Gebieten der palästinensischen Autonomiebehörde.

Schlagbaum symbolisiert Grenze bei Bethlehem

Die Grenzübergänge sind für Touristen passierbar, für die Bewohner aber nur mit Sondergenehmigung. Der in der Krippenlandschaft zu erkennende „Schlagbaum“ soll das verdeutlichen.

Die Krippentradition in Stuckenbusch begründeten die Franziskaner, als sie dort 1901 ansässig wurden. In einer Notkirche gestalteten sie mit bescheidenen Mitteln eine Krippe, die im Lauf der Jahre immer bekannter wurde.

Wiederbelebung der Krippentradition

Rasch wurde sie zu einem Anziehungspunkt für Menschen aus dem nördlichen Ruhrgebiet. Laut Berichten waren es in den 1930er-Jahren durchschnittlich 10.000 Besucher, die an einem Sonntag zur Krippe kamen. Der ganze Chorraum, einschließlich des Hochaltars, war mit der Krippe überbaut. 1969 löste sich das Franziskanerkloster auf. Erst in den 1980er Jahren gab es wieder ein neues üppiges Krippenbild, nachdem die Kirche im römisch-byzantinischen Stil ausgemalt wurde.

Seitdem wurde der Krippenbesuch dort wieder populärer. Der damalige Pfarrer Alfons Hünting bemerkte damals: „Wir sind eine Wallfahrtskirche zum Jesuskind in der Krippe. Damit haben wir einen wichtigen missionarischen Auftrag.“ Aufgebaut ist die Krippe unter einem drei Meter hohen Altarkreuz. Es ist die Darstellung des Kreuzes von San Damiano nahe bei Assisi, vor dem der heilige Franziskus den Aufruf des Herrn hörte, er solle die Kirche erneuern.

Die Krippe kann vom ersten Weihnachtstag bis zum 24. Januar täglich von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eingang ist nur mit Mund-Nasen-Maske und durch das Hauptportal möglich. An der Krippe dürfen maximal vier Besucher stehen. Der Seitenausgang wird als Ausgang genutzt. Zwei Krippenwächter achten darauf, dass die Corona-Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

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