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Neun Stationen auf zwei Kilometern Länge – im Kreis Recklinghausen ist ein einzigartiger Krippenweg entstanden. Was Besucher erwartet.
Es ist ein beliebter Weg, der am Silvertbach in Marl im Kreis Recklinghausen entlangführt. Besonders Jogger, Fußgänger und Radfahrer nutzen die idyllische Waldstrecke zwischen den zwei Halden gern, an der vor elf Jahren während der 72-Stunden-Aktion von Jugendlichen der Pfarrei St. Franziskus der Vater-Unser-Weg gebaut wurde. „Jedes Jahr in der Fastenzeit und im Advent gestaltet der Ortsausschuss St. Konrad den Weg in besonderer Weise“, berichtet Pastoralreferent Wilhelm Heek.
In diesem Jahr hat sich das Team etwas Neues ausgedacht, wie die Bischöfliche Pressestelle berichtet. „Entstanden ist ein Krippenweg mit neun Stationen. Zu jeder Darstellung gibt es einen kurzen Impuls sowie einen QR-Code, der im Internet zu der entsprechenden Bibelstelle führt“, erklärt Heek und fügt hinzu: „Wir gehen mit unserer Botschaft aus der Kirche heraus und dorthin, wo die Menschen sind.“
Seit Mitte September am Krippenweg gearbeitet
Umgesetzt hat den Krippenweg Mario Schipp. Als Vorlage dienten sechs Darstellungen, die das Ehepaar Helene und Theo Heeck seit vielen Jahren in kleinem Format erstellt und zugunsten des Brasilienkreises St. Heinrich auf Basaren verkauft. Ergänzt wurden sie um drei weitere Szenen, die Pfarrer Ulrich Müller entworfen hat. In unzähligen Stunden hat Schipp die verschiedenen Stationen aus Holz inklusive Beleuchtung erstellt.
„Mitte September ist die Idee entstanden. Danach habe ich jede freie Minute daran gearbeitet. Alles musste bis zum ersten Advent fertig werden. Das hatten wir uns eigentlich einfacher vorgestellt“, sagt Schipp und lacht. Aber ihn habe der Ehrgeiz gepackt: „Wenn ich etwas mache, dann richtig.“ Mit viel Liebe zum Detail hat er geleimt, lackiert, gesägt, geschliffen, gemalt, geschraubt, eine Beleuchtung angebracht und eine Wasserablaufrinne hinter den ein Meter hohen und 80 Zentimeter breiten Darstellungen gefräst und sie schwebend an den Stelen angebracht. „Es soll länger halten und in den nächsten Jahren weiter genutzt werden“, betont der 54-Jährige.
Krippenweg steht bis 6. Januar
So stehen nun auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern neun Stationen, die die Geschichte der Heiligen Familie von der Verkündigung über die Volkszählung und Herbergssuche bis zur Geburt Jesu und Flucht nach Ägypten darstellen. Sowohl der Pastoralreferent als auch das Ehepaar Heeck sind von der Umsetzung begeistert. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es so toll wird“, lobt Theo Heeck, der selbst gern mit Holz arbeitet und mit geschultem Auge auf die stilisierte und kreative Umsetzung der Weihnachtsgeschichte blickt. Schipp freut sich über die positiven Rückmeldungen, vor allem, wenn sie aus fachkundigem Mund kommen. „Das entschädigt für die vielen Stunden, die ich daran gearbeitet habe“, sagt er. Und man merkt ihm dabei an: Ein bisschen stolz ist er auch.
Bis zum Fest „Taufe des Herrn“, das am Sonntag nach dem 6. Januar gefeiert wird und den Abschluss des Weihnachtsfestkreises bildet, bleiben die Stationen des Krippenweges stehen.