50. Künstlertreffen würdigt zeitgemäß gestaltete Evangeliare

Künstlerin Haberland gewinnt Wettbewerb des Bistums Münster

Die Düsseldorfer Künstlerin Heinke Haberland hat den Wettbewerb des Bistums Münsters aus Anlass des 50. Bischöflichen Künstlertreffens gewonnen. Das von ihr gestaltete Evangeliar könne haptisch und inhaltlich erfahren, erfasst und erlebt werden, teilte die Diözese am Mittwoch zur Begründung mit. Es habe überdies „kein Vorne und kein Hinten, keinen Anfang und kein Ende“ und sei damit unbegrenzt. Ein Evangeliar enthält den vollständigen Text der vier Evangelien des Neuen Testaments. An dem Evangeliar-Wettbewerb hatten laut Bistum 25 Gestalter, Designer, Grafiker und Künstler teilgenommen.

Zweiter Preisträger ist den Angaben zufolge der Stuttgarter Künstler Andreas Fink, der einen Einband aus Thermolack gestaltete, womit sich die äußeren Schauseiten seines Evangeliars bei Berührung durch Körperwärme verändern. Zudem ging die Auszeichnung an die Erlangerin Henrike Franz für ein Tablet-Evangeliar und den Berliner Robert Ziegler, der eine sinnliche Zugänglichkeit durch die Blindenschrift Braille geschaffen und damit das Wort Gottes für Sehende und Nichtsehende erfahrbar gemacht habe.

Lob vom Bischof für zeitgemäße Gestaltung

Bischof Felix Genn lobte den Mut und die Kreativität der 25 Künstler, die sich mit ihren Entwürfen an dem Evangeliar-Wettbewerb beteiligt haben und betonte die Bedeutung einer zeitgemäßen Gestaltung: „Es lässt die Verbindung von Liturgie und Leben aufscheinen.“

Susanne Kolter, Vorsitzende der Kunstkommission im Bistum Münster, und Nicole Stockhoff, Geschäftsführerin der Bischöflichen Liturgiekommission, blickten auf 50 Jahre Künstlertreffen zurück. Das Christentum sei eine Buchreligion, betonte Kolter. Das gelte sowohl im Hinblick auf Text und Format als auch für Trägermaterialien, Produktion, Handhabung. „Und in dieses spannungsvolle – und mitunter spannungsreiche – Verhältnis von Text, Illustration und Buchraum ist von Anfang an auch die künstlerische Gestaltung von Evangeliaren eingeschrieben.“