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Das Kunstprojekt „Transparenz“ widmet sich nicht nur Betroffenen. Jetzt können Gemeinden die Werke selbst ausstellen.
Sieben Stelen bilden das Kunstprojekt „Transparenz“. Sprachliche Begriffe hinter beleuchteten Glasbausteinen sollen helfen, die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche in Szene zu setzen, wie es in einer Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle heißt. „Diese Ausstellung will sichtbar machen, dass Aufarbeitung passiert und sich Pfarreien um Transparenz bemühen“, beschreibt Birgit Kumpmann, ehrenamtliches Mitglied der Arbeitsgruppe, die die Ausstellung konzipiert hat, Intention und Idee.
Damit sich auch an anderen Orten Menschen mit dem Thema Missbrauch in der katholischen Kirche auseinandersetzen, diskutieren und den Missbrauch aufarbeiten, leiht die Arbeitsgruppe die Ausstellung ab sofort an interessierte Pfarreien und Einrichtungen aus.
Erstes Kunstprojekt 2021 in Rhede
Bereits 2021 entstand in Zusammenarbeit mit der Gruppe zur Aufarbeitung des Kindesmissbrauchs in der Pfarrei St. Gudula in Rhede das erste Kunstprojekt mit dem Titel „un_GLAUB_lich“. Die Gruppe besteht inzwischen aus vier Pfarreien des Pastoralen Raums Bocholt, Isselburg, Rhede: Liebfrauen, St. Georg und St. Josef in Bocholt sowie St. Gudula in Rhede. Mit Mitgliedern der Selbsthilfe Rhede haben sie sich im Anschluss entschieden, Kunst als ein geeignetes Medium zu nutzen. So ist die Ausstellung „TRANSPARENZ“ in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Christa Maria Prein entstanden.
Das große Dunkelfeld, die nicht vorhandene Klarheit und Offenlegung der vielen Verbrechen an Schutzbefohlenen verlangten auch nach der 2022 veröffentlichten Studie zum Missbrauch im Bistum Münster weitere Aufarbeitung und Transparenz, so die Überzeugung der Organisatoren. Die in sieben Stelen eingefügten Glasbausteine zeigen Worte zwischen einem schwarzen Netz und buntem Pergament. Die wellige Vorderseite der Glasbausteine erzeugt eine optische Verzerrung, die sich je nach Blickwinkel oder Standpunkt verändert – ein Sinnbild für die Komplexität und Vielschichtigkeit der Aufarbeitung. „Die dargestellten Worte stehen für den gegenwärtigen Prozess, in dem sich mittelbar und unmittelbar Betroffene befinden“, sagt ChristaMaria Prein, die die künstlerische Leitung des Projektes hat.
Ausstellung kostenlos ausleihen
Ab 2026 möchte die Arbeitsgruppe Pfarreien und kirchlichen Institutionen ermöglichen, diese Ausstellung kostenlos auszuleihen, damit sie als Wanderausstellung vielen Menschen zugänglich wird. „So möchten wir einen Raum für Dialog und Reflexion schaffen“, betont Pastoralreferentin Ute Gertz.
Die Ausstellung umfasst sieben Holzstelen mit integrierten Glasbausteinen, Lichttechnik zu den Stelen, Rollups und eine Flyer-Vorlage zur Bewerbung sowie online hinterlegte Medien mit weiteren inhaltlichen Informationen zur Ausstellung. Der Transport von Rhede und zurück sowie der einfache und problemlose Auf- und Abbau an den jeweiligen Ausstellungsorten erfolgen durch die ausleihenden Pfarreien.