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Das Kunstwerk zeigt den US-Präsidenten in Häftlingskleidung am Kreuz. Nun denkt die ausstellende Galerie um.
Aus Sicherheitsgründen wird das umstrittene Kunstwerk mit einem gekreuzigten US-Präsidenten Donald Trump in Häftlingskleidung nicht wie geplant am Schweizer Bahnhof "Basel SBB" ausgestellt. Das teilt die dort eingemietete Galerie Gleis 4 bei Instagram mit, berichtet das Portal kath.ch. Man suche einen anderen Ausstellungsort. Die Skulptur war von Theologen scharf kritisiert worden.
Die zu erwartenden Menschenmengen und zu befürchtende Störungen seien ein zu großes Sicherheitsrisiko, heißt es auf dem Account der Galerie. Man habe mit Resonanz gerechnet, aber nicht mit so viel. Bahnhöfe seien kein üblicher Ort für Kunstgalerien; das erfordere, weder den Personenfluss zu stören noch Sicherheitsrisiken zu schaffen.
Bischof zu Kunstwerk: "Geht's noch?"
Die Skulptur des britischen Künstlers Mason Storm mit dem Titel "Saint or Sinner?" stellt den US-Präsidenten in orangefarbener Häftlingskleidung dar. Er ist an einem weißen Kreuz festgeschnallt, was an eine Pritsche bei Hinrichtungen per Giftspritze erinnert. Die Galerie Gleis 4 hatte im September im Westflügel des Bahnhofsgebäudes eröffnen und das Kunstwerk zeigen wollen.
Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hatte das Werk gegenüber kath.ch als "abartig" verurteilt: "Trump als Erlöser ans Kreuz geschnallt oder als Märtyrer in den orangen Klamotten eines Häftlings kurz vor der Hinrichtung? Ja, bitte, geht's noch?"
Theologe: Trumps Platz in der Passion wäre nicht am Kreuz
Der Zürcher Theologe Simon Peng-Keller nannte die Darstellung Trumps am Kreuz eine "kolossale Fehlbesetzung". Und weiter: "Wollte man Donald Trump in der Passionsgeschichte verorten, so wäre sein Platz nicht auf der Seite der Gekreuzigten, sondern auf jener der Vertreter des brutalen römischen Imperiums, die ihre Hände in Unschuld waschen und in ihren Festungen und Palästen Dekrete verfassen, die unzählige Menschen in Armut, Elend und Tod stürzen."