Zwei Mahnmale ab 26. September in Münster zu sehen

Kunstwerke am Dom erinnern an Leid der Missbrauchsopfer

An das Leid der Opfer sexualisierter Gewalt erinnern ab Ende September zwei Kunstwerke im Umfeld des Doms in Münster. Das „wandernde Denkmal“, das durch Deutschland unterwegs ist, wird am 26. September um 10 Uhr vorgestellt.

Auf der Rückseite des Doms, an der Kreuzigungsgruppe am Horsteberg, wird der 1,4 Tonnen schwere „Mahnende Mühlstein“ mit einem Durchmesser von 1,40 Metern aufgestellt. Der Bildhauer und Steinmetz Bruno Johannes Harich hat ein Jesus-Wort aus dem Matthäus-Evangelium (18,6) in den Stein gemeißelt: „Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ Der Stein solle Erwachsene an ihre Verantwortung gegenüber Heranwachsenden erinnern und ein Symbol für die tonnenschwere Last von Missbrauchsopfern sein, hieß es.

Eisenplastik im Kreuzgang

Im Kreuzgang des Doms wird das Kunstwerk „Der Fluch“ aufgestellt. Die Idee zu der im Gießverfahren aus rostendem Eisen hergestellten Plastik hatte der Künstler Stephan Balkenhol. „Der Rost steht symbolisch für Schmutz und das Blut der Kinder“, erläutert Johannes Heibel von der bundesweiten „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“, die Initiatorin beider Kunstwerke ist.

Opfer sexualisierter Gewalt würden „allzu oft von der Gesellschaft ausgegrenzt und im Stich gelassen“, beklagt Heibel. Sie fühlten sich schuldig, schmutzig und mit einem Makel behaftet: „Es ist wie ein schlimmer Fluch, der auf ihnen lastet.“ Täter dagegen stünden oft im Mittelpunkt des Interesses und seien nicht bereit, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen.

Die Eröffnungsveranstaltung wird vom emeritierten Weihbischof Dieter Geerlings, vom Chor der Hildegardisschule in Münster und von Johannes Heibel gestaltet. Alle Interessierten sind willkommen. Wie lange die beiden Kunstwerke in Münster zu sehen sein werden, steht noch nicht fest, teilte die Bischöfliche Pressestelle auf Anfrage mit.