Wanderausstellung über die Priesterweihe von Leisner in der Wasserburg Rindern

Kurzfilm über das Leben des seligen Karl Leisner

Man kann sich die Szene gar nicht gespenstisch genug vorstellen. Im Musterlager der SS und Ausbildungslager für die Mörder von Auschwitz und Treblinka geschieht das Wunder: Gequält von dem Terrorsystem und durch die Krankheiten wie Ruhr und Tuberkulose geschwächt, vegetieren 2800 Geistliche in 30 Blocks dahin. Unter ihnen Karl Leisner.

Sein einziger Wunsch – er möchte zum Priester geweiht werden. Dann geschieht das Unglaubliche: Der französische Bischof Gabriel Piguet wird in das Lager eingeliefert. In der Welt des Hasses empfängt Karl Leisner, den Tod vor Augen, am dritten Adventssonntag 1944 die Priesterweihe.

Christ aus Leidenschaft

An dieses Ereignis vor 75 Jahren erinnert die Karl-Leisner-Wanderausstellung „Erinnern und Verstehen, statt ignorieren und vergessen“, die am 9. November um 19 Uhr in der Heimvolkshochschule Wasserburg Rindern (Kleve) eröffnet wird. Nach der Begrüßung durch Kurt Kreiten, Direktor der Wasserburg, spricht Monika Kaiser-Haas, Vizepräsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK).

Nils Looschelders, Lehrer am Freiherr-von-Stein-Gymnasium in Kleve, verlegt den Unterricht mit 20 Schülern und Schülerinnen zur Wasserburg. Dann wird der Film „Christ aus Leidenschaft“ von Max Kronawitter gezeigt. Der 1962 geborene Filmemacher hat einen 45-minütigen Film über den Seligen im Auftrag des Erzbistums München und Freising geschaffen, der nicht nur an Leisner als KZ-Opfer, sondern auch an seiner faszinierende Persönlichkeit erinnert.

Umfassendes Lebensbild

Der Film entwirft ein umfassendes Lebensbild, das auch der Frage nachgeht, was ihn in Konflikt mit dem NS-Regime gebracht hat. Der von der Erzdiözese München und Freising geförderte Film will nach Aussage des IKLK dazu beitragen, dass Karl Leisner nicht in Vergessenheit gerät. Die DVD soll auch in der Bildungsarbeit und im Religionsunterricht eingesetzt werden.