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Österreichs Kirche will verschärften Corona-Lockdown mittragen

Landesweite Demos zur Wiederaufnahme von Gottesdiensten in Frankreich

  • In Frankreich gibt es landesweit Kundgebungen durch die Einschränkungen des Lockdowns für Gottesdienstfeiern.
  • Bischof Michel fordert dagegen Zeichen der Solidarität und keine Konfrontation.
  • In Österreich will die Kirche die Maßnahmen gegen die Pandemie wie beim ersten Lockdown mittragen.
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In vielen Städten Frankreichs haben am Wochenende teils Hunderte Menschen für die Wiederaufnahme von öffentlichen Gottesdiensten demonstriert. Vor der Kathedrale von Bordeaux sollen es laut Medienberichten mindestens 300 gewesen sein, in Rennes rund 200. Bereits am Freitagabend hatten die Kundgebungen vor der Pariser Kirche Saint-Sulpice begonnen, wo sich mehrere hundert Menschen versammelten und skandierten: „Wir wollen die Messe!“

Innenminister Gerald Darmanin erklärte, zwar wolle er eigentlich nicht Polizisten schicken, um gegen gläubige Christen vor einer Kirche Bußgelder zu verhängen; aber bei Wiederholung und bei eindeutigen Verstößen gegen gültige Gesetze werde er dies fortan tun. Es werde „kein Wochenende der Nachsicht mehr“ geben.

Falsches Signal

Der Bischof von Valence in Südfrankreich, Pierre-Yves Michel, sprach sich gegen die Kundgebungen aus. „Das gibt nicht das richtige Signal aus unserer Kirche“, sagte er der Zeitung „La Croix“ (Samstag). Kirche solle dienen und nicht den Weg der Konfrontation einschlagen. „Ich würde vorziehen, wenn Katholiken zeigen, dass sie in diesen schwierigen Zeiten ihren Teil des Leidens tragen und dieses Gefühl der Ungerechtigkeit überwinden.“

„Ich konnte mit den Organisatoren einer Kundgebung in meiner Diözese sprechen“, so Bischof Michel; „ich teile ihre Traurigkeit und Enttäuschung, aber ich unterstütze ihre Initiative nicht.“ Die epidemiologische Situation sei ernst, und daher gelte es, diese vorübergehende Einschränkung unserer Religionsfreiheit zu akzeptieren. Der Bischof unterstrich zudem, dass der Zugang zu den Sakramenten nicht so eingeschränkt sei wie während des ersten Lockdowns.

Einspruch abgelehnt

Mehrere französische Bischöfe, darunter auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort von Reims, waren zuletzt mit einem Einspruch beim Staatsrat gegen das Verbot öffentlicher Gottesdienste im Lockdown gescheitert.

Die katholische Kirche in Österreich will hingegen beim angekündigten Corona-Lockdown mitziehen und setzt öffentliche Gottesdienste vorerst aus. Das sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz und Salzburger Erzbischof Franz Lackner im Interview der Presseagentur Kathpress. Details würden in Abstimmung mit den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften und in einer Vereinbarung mit der Regierung festgelegt.

Weihnachten soll durch Einschränkungen gerettet werden

Zuvor hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einen verschärften Lockdown bis 6. Dezember vor allem für Schulen und Handel angekündigt. Im Vorfeld gab es auch ein direktes Gespräch mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Kurz dankte Lackner sowie den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften ausdrücklich für ihre Bereitschaft. Nur mit den neuen Einschränkungen des Lockdowns könne man „die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest retten“, so Kurz.

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