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Gast-Kommentar von Rike Bartmann nach den Wahlen von Pfarreirat und Kirchenvorstand

Lasst uns bunt und vielfältig Kirche vor Ort gestalten!

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Im Vorfeld der Wahlen im Bistum Münster stellten sich viele Gläubige die Frage, warum sie sich für den Pfarreirat oder Kirchenvorstand aufstellen lassen sollten. Die Antwort ist einfach, erklärt Rike Bartmann in ihrem Gast-Kommentar.

„Rike, warum kandidierst du eigentlich für den Pfarreirat?“ Das haben mich meine Firmbewerber*innen letzte Woche gefragt. Meine Antwort: „Weil ich 1000 Ideen habe, wie ich Kirche lebendiger, bunter und vielfältiger gestalten kann.“ Und dann habe ich ein paar Beispiele erzählt: Warum soll es nur einen Tretbootgottesdienst im Rahmen der Firmvorbereitung geben? Können wir nicht auch mal in den Hochseilgarten gehen, außerhalb der Katechese? Was gibt’s für euch Jugendliche nach der Firmung als Angebot, wenn ihr nicht bei den Messdiener*innen oder in einem Jugendverband seid? Einfach so – punktuell, ungebunden und völlig frei? Wo gibt es Angebote für junge Erwachsene wie mich, in den Dreißigern, nach dem Studium und vor der Familienphase?

 

Anpacken! Verändern!

 

Die Autorin
Rike Bartmann ist pädagogische Referentin bei der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW. Sie wuchs im Sauerland auf, hat ihre Wurzeln in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), studierte katholische Theologie auf Lehramt und ist seit acht Jahren Autorin und Sprecherin bei „Kirche in 1Live“ im WDR-Hörfunk.

Da hätte ich tausend Ideen, was man da alles anbieten und auf die Beine stellen könnte. Und klar könnte ich es mir jetzt bequem machen, mich gemütlich auf mein Sofa setzen und sagen „Oh, Mann, da gibt’s ja nichts in der Kirche – wie schade!“ Aber ich kann auch aufstehen und das Ganze mit anpacken und Dinge verändern! Mir Aktionen ausdenken, in denen der Glaube lebendig, intensiv, bunt und spürbar ist.

Mit dem Stichwort „Kirche lebendiger, bunter und vielfältiger gestalten“ meine ich die Kirche hier bei mir, aber auch noch so viel mehr: Ich könnte auf der Stelle tausend Dinge nennen, die mich stören, die ich mir deutlich anders wünschen würde: die Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexualität; dass Kirche kaum die Vielfalt der Gesellschaft abbildet; dass es starke Hierarchien gibt; dass Männer deutlich mehr gestalten, leiten und kreieren dürfen als wir Frauen.

 

Kirche im Kleinen gestalten

 

Aber auch hier gilt: Wenn ich tatenlos auf der Couch sitzen bleibe und nur nörgle und nichts tue, dann verändert sich rein gar nichts.

Also: Auf geht’s! Ich kann die Kirche im Kleinen gestalten, bunt, lebendig, facettenreich und vielfältig machen. Und ich kann vor Ort genau das leben und zum Ausdruck bringen, was mir in meinem eigenen Glaubensleben wichtig ist: Miteinander den Glauben (er)leben, gestalten, feiern und in jeder Faser meines Körpers spüren. Ich möchte mehr Lebendigkeit in der Kirche, mehr Leichtigkeit, Farbe, Kreativität und Vielfalt!

In diesem Sinne: An alle frisch gewählten Mitglieder in den Pfarreiräten im gesamten Bistum Münster: Lasst uns lebendig, bunt und vielfältig sein und Kirche vor Ort in all ihrer Farbpracht gestalten!

Die Positionen der Gastkommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von „Kirche+Leben“ wider.

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