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2.700 Menschen aus dem Bistum Münster pilgern nach Rom, darunter auch Kirche+Leben-Volontärin Lea Brüggemann. Ihre Erlebnisse im täglichen Blog.
Noch einmal alle Kräfte sammeln, denn der letzte Tag hat es in sich. Morgens begleite ich meine Gruppe aus Hamm-Wadersloh-Ahlen auf einem langen Spaziergang. Es geht vom Circus Maximus nach Trastevere. Die Stimmung ist ausgelassen und mittlerweile haben sich alle so gut kennengelernt, dass man miteinander schäkern kann.
Auf dem Weg treffen wir mit großem Hallo auf andere Emmaus-Gruppen. Auch ich werde freudig begrüßt und von einigen auf meine Videos angesprochen, die ich in dieser Woche für unsere Social-Media-Kanäle produziert habe. Wie schön!
Was bleibt hängen?
Angekommen in Sant’Anselmo, der internationalen Hochschule der Benediktiner, setze ich mich einen Moment in die Kirche, halte inne und reflektiere. Wie fühle ich mich nach dieser Woche? Bin ich mit meiner geleisteten Arbeit zufrieden? Was bleibt hängen?
Ich denke an das Heiligjahr-Motto „Pilger der Hoffnung“. In letzter Zeit, merke ich, verliere ich in unsere Gesellschaft oft die Hoffnung. Die Fronten sind verhärtet und der Ton wird immer rauer, wenn überhaupt noch miteinander gesprochen wird.
Und da kommen tausende Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken des Bistums friedlich zusammen, um den Alltag hinter sich zu lassen, um ihren Glauben zu bezeugen und um sich in der Gemeinschaft zu begegnen. Doch, denke ich, das ist das Stück Hoffnung, was ich gebraucht habe.
Spontan Firmpatin
Und auch einzelne Geschichten, die mir in dieser Woche begegnet sind, geben mir Hoffnung. Wie beispielsweise die Pilgerin aus Hamm, die jetzt Firmpatin für ein Mädchen ist, dessen Angehörige nicht mit nach Rom gereist sind. Vor der Wallfahrt kannten sie sich nicht und nun sind sie durch dieses Ereignis eng verbunden.
Als wir in Trastevere ankommen, haben wir etwas Freizeit. Ich muss mich entscheiden: Ein Besuch in der Basilika Santa Maria oder ein Eis? Es wird das Eis. Das stärkt mich für das weitere Tagesprogramm: Ein Pilgerweg entlang der Via Appia Antica, dem großen Firmgottesdienst und der Abschlussfeier auf dem Campingplatz.
Ein perfekter Wochenabschluss
Nach dem Campingplatz lassen wir die Wallfahrt mit unserer Pilgergruppe ausklingen. Wir sprechen über unsere Highlights, die Gottesdienste, und vor allem die Freundschaften, die sich ergeben haben.
Während Jan und ich unsere Texte schreiben, sitzen wir in einem Café. Auf einmal fangen die Menschen um uns herum zu jubeln und zu klatschen an. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat sich ein junges Paar just in diesem Moment verlobt. Wenn das nicht ein perfekter Abschluss für diese Woche ist!
Gleich geht es in Richtung Flughafen. Hoffentlich sitze ich wieder neben den Bückers aus Isselburg.
Ciao und arrividerci!