Zum Gedenktag der heiligen Lucia am 13. Dezember

Leckere Lussekatter aus Schweden kennt nicht jeder

Lussekatter oder auch Luciakatzen gibt es zum Gedenktag der heiligen Lucia am 13. Dezember in Schweden. Um die Märtyrerin, die im vierten Jahrhundert lebte, hat sich in Nordeuropa ein reiches Brauchtum entwickelt.

Hierzulande sind Lucia-Katten eher unbekannt. Ein Grund mehr, das köstliche Hefegebäck bei einem Kurs in der Familienbildungsstätte Ibbenbüren vorzustellen, gemeinsam zu backen – und selbstverständlich zu probieren.

Luziakatten aus der Fabi Ibbenbüren.
Daniela Hagedorn (rechts) und ihre Schwester Anja Pohlmann haben die Lussekatter in der Familienbildungsstätte Ibbenbüren nachgebacken. | Foto: Marie-Theres Himstedt

Dozentin Tanja Pieper hatte den Hefeteig vorbereitet und gab den Teilnehmerinnen noch einen Tipp: „Die Gebäckstücke einfrieren, wenn es zu viel ist!“ Warm aufgetaut, schmecken die kleinen Hefezöpfe wie frisch.

Das Rezept zum Nachbacken:

1 kg Mehl
500 ml Milch
175 g Butter
1 Päckchen frische Hefe
200 g Zucker
0,2 g Safran (oder ½ Teelöffel Kurkuma) für die hellgelbe Farbe
150 g Rosinen, wer mag
1 Handvoll Rosinen für die Verzierung
1 Ei zum Bestreichen

Die Milch in einem Topf leicht erwärmen und die Butter darin schmelzen. Danach die Hefe zugeben und unter Rühren auflösen. Mehl, Zucker und gemahlenen Safran (Kurkuma) in ein Schüssel geben, verrühren und eine Kuhle in die Mitte drücken. Das erwärmte Milch-Butter-Hefe-Gemisch in die Kuhle geben und leicht mit etwas Mehl bestäuben. 20 bis 30 Minuten gehen lassen.

Mit Fingerspitzengefühl die Lussekatter formen

Ein Ei und die Rosinen (wenn man mag) zugeben, alles zu einem Teig kneten und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1,5 Stunden gehen lassen. Den Hefeteig nochmals durchkneten, zu 15 bis 20 cm langen Strängen mit etwa 8 mm Durchmesser rollen. (Tipp: Die Spanne zwischen Daumen und Zeigefinger misst 10 Zentimeter) Die Stränge zu einem eingedrehten „S“ formen. Die einzelnen Gebäckstücke werden dann ungefähr 7 bis 8 Zentimeter lang und 3 bis 4 Zentimeter breit. In die Schnörkel nun jeweils eine Rosine drücken. Das zweite Ei verrühren und die Lussekater damit bestreichen.

Im vorgeheizten Ofen bei 225 Grad Umluft ungefähr 8 Minuten backen. Damit die Kätzchen nicht trocken werden, direkt nach dem Backen vom Blech nehmen und unter einem Tuch auskühlen lassen.

Wer war die heilige Lucia?
Mit Schweden hatte die heilige Lucia, oder auch Luzia, ersteinmal nicht viel am Hut. Sie war gebürtige Sizilianerin. Übersetzt heißt ihr Name „die Leuchtende“ oder die „Lichtträgerin“. Laut Legende unternahm Lucia eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agathe, um für die Genesung ihrer kranken Mutter zu beten, die daraufhin tatsächlich gesund wurde.
Lucia beschloss daraufhin, ein gottgefälliges Leben zu führen. So brachte sie während der Christenverfolgung ihren Freunden Brot in die Verstecke. Um in der Dunkelheit den Weg besser zu finden und dennoch zum Tragen der Speisen beide Hände frei zu haben, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf. Als sie sich weigerte zu heiraten, wurde sie als Christin erkannt, was damals mit dem Tod bestraft wurde.
Die Überlieferungen über ihr Martyrium sind zahlreich. So heißt es, dass man Lucia mit siedendem Öl übergoss und ihr ein Schwert in die Kehle stieß, doch trotz dieser Folter habe die Heilige überlebt und sei erst Jahre danach gestorben, wohl an einem 13. Dezember. An diesem Tag wird vor allem in Schweden das vorweihnachtliche Lucia-Fest gefeiert.  Das Lichterfest gilt als winterliches Gegenstück zur Mittsommernacht, die in Schweden und anderen skandinavischen Ländern ebenfalls alljährlich traditionell gefeiert wird.
Der Grund: Bevor der gregorianischen Kalender im 16. Jahrhundert eingeführt wurde, fiel der 13. Dezember auf die Wintersonnenwende, also den kürzesten Tag des Jahres. Besonders beliebt ist das Lucia-Spiel: Junge Mädchen tragen dabei weiße Gewänder und führen die Lichterprozession an. (KNA, mth)