Sparkassen-Stiftung zahlt weitere 200.000 Euro

Letztes Finanz-Loch für Katholikentag in Münster gestopft

Das letzte verbliebene Finanzloch im Haushaltsplan des Katholikentags vom 9. bis 13. Mai in Münster ist gestopft: Die Stiftung der Sparkasse Münsterland-Ost hat nach einer ersten Zusage von 100.000 Euro weitere 200.000 Euro bewilligt.

Das Kuratorium der Stiftung habe sich „für eine weitere Förderung des Katholikentags ausgesprochen“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Bernd Theilig, auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ am Dienstag. Grund sei „die besondere regionale und überregionale Bedeutung des Katholikentags“. Zuvor hatte der Trägerverein des Katholikentags einen entsprechenden Antrag gestellt.

Stiftung fördert zum zweiten Mal

Nach einer mehr als zwei Jahre dauernden Zuschuss-Debatte hatte Münsters Stadtrat im Juli 2017 beschlossen, den Katholikentag mit Sachleistungen im Umfang von 682.000 Euro zu fördern. Zudem sollte die Stadtverwaltung laut Ratsbeschluss helfen, 300.000 Euro Spenden für das Treffen aufzutreiben.

Wer den Katholikentag bezahlt
Der Katholikentag in Münster plant mit 9,3 Millionen Euro Kosten. Die Kirche trägt gut zwei Drittel selbst: 3,6 Millionen Euro bringt der Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), auf. 2,5 Millionen Euro sind kirchliche Zuschüsse. Drei Millionen Euro kommen vom Staat: Das Bundesinnenministerium fördert den Katholikentag als Forum gesellschaftlicher Debatten mit 400.000 Euro. Nordrhein-Westfalen gibt bei Kirchentagen im Land einheitlich 18 Prozent des Etats, für Münster also 1,6 Millionen Euro. Die Stadt Münster steuert 982.000 Euro bei.

Bereits im vergangenen Sommer hatte die Stiftung der Sparkasse Münsterland-Ost 100.000 Euro Sponsorengelder zugesagt. Mit den nun bewilligten weiteren 200.000 Euro der Stiftung ist der gesamte nötige Spendenbetrag aufgebracht.

Katholikentags-Planer erfreut

Katholikentags-Geschäftsführer Roland Vilsmaier sagte zu „Kirche-und-Leben.de“, das Programm des Treffens bestehe aus rund 1.000 Veranstaltungen: „Wir freuen uns, sie mit der Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Münsterland-Ost umsetzen zu können.“

Ursprünglich hatte der Katholikentag die Stadt um 982.000 Euro Zuschuss gebeten. In der Summe enthalten ist unter anderem die Nutzung der Halle Münsterland, ein Kombi-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr für Katholikentags-Besucher, die Nutzung städtischer Räume wie Volkshochschule und Theater sowie Reinigungs- und Energiekosten für städtische Schulen, in denen Teilnehmer übernachten werden.

Verwaltungs-Sicht und Ratsbeschluss

Bereits in einer Beschlussvorlage von Mai 2015 für den Stadtrat stellt die Stadtverwaltung fest, der Umfang des erbetenen Zuschusses sei „plausibel“. Dennoch hatte im Juli 2017 eine Mehrheit im Rat – bestehend aus Vertretern von CDU, Grünen, ÖDP und UWG – beschlossen, nur 682.000 Euro aus städtischen Haushaltsmitteln zu finanzieren und für 300.000 Euro Sponsoren zu suchen.

CDU-Fraktionschef Stefan Weber hatte damals zu „Kirche-und-Leben.de“ gesagt, das Geld werde aus dem „Konzern Stadt“ aufgebracht, zu dem Weber auch die kommunale Sparkasse zählt. Deren Stiftung schließt nun die letzte Finanzlücke.