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Gemeinde Niels Stensen Lengerich verteilt „Weihnachts-Tüten“ an Lkw-Fahrer

Lichtblick im Advent: Spekulatius für die einsamen Trucker an der A1

  • Am 2. Advent will die Gemeinde Niels Stensen Lengerich Weihnachts-Tüten an Truckerfahrer auf einer Raststätte verteilen.
  • Pfarrer Kossen will Fahrern mit oft schwierigen Arbeitsbedingungen einen „kleinen Lichtblick“ bringen.
  • Mit Müsliriegeln und Duschgel, Schokolade und löslichem Kaffee.
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Pfarrer Peter Kossen fuhr voriges Jahr sonntags an der Raststätte Tecklenburger Land auf der Autobahn 1 vorbei. Die vielen parkenden Lastwagen fielen ihm auf. Spontan habe er gedacht: „Was haben die bloß für einen trostlosen Sonntag!“

Bei Gedanken blieb es nicht. Der Pfarrer von Seliger Niels Stensen Lengerich rief seine Gemeinde dazu auf, Material für „Weihnachts-Tüten“ zu spenden, zum Verteilen an Trucker auf dem Gemeindegebiet. Gefüllt mit Keksen, Toilettenartikeln oder Snacks. Mit Erfolg. 130 Tüten wurden im Pfarrbüro damals gepackt. Kossen und Kaplan Ernst Willenbrink verteilten die am zweiten Advent unter den Truckern auf der Raststätte Tecklenburger Land. Diese Aktion will er nun wegen des positiven Echos der Trucker wiederholen.

Schon einmal in Vechta

Pfarrer Peter Kossen.
Pfarrer Peter Kossen will mit dieser Aktion Truckerfahrern zeigen: „Ihr gehört zu uns“. | Foto: bpv

Eine Aktion mit Vorbild. Vor sechs Jahren hatte Kossen ähnliches begonnen. Da arbeitete er noch in Vechta als Stellvertreter des Bischöflichen Offizials. Damals hatte er für die Caritas solche Tüten auf dem Autohof Vechta verteilt, ebenfalls an der A1. Daran habe er auch sofort gedacht, als er sonntags die Trucker auf der Raststätte sah, erinnert sich Kossen.

Der Pfarrer von Lengerich ist bundesweit bekannt geworden durch seinen Protest gegen die Arbeits- und Lebensbedingungen von Schlachtarbeitern im Oldenburger Land. Diese Bedingungen hat er auch bei den Truckern mit im Blick: „Häufig Männer aus Osteuropa, die Personaldienstleister an Speditionen vermitteln, wochenlang unterwegs für minimalste Löhne“. Denen wolle die Gemeinde Seliger Niels Stensen zeigen: „Wir sehen Euch“, ihnen „einen kleinen Lichtblick“ geben.

Am 2. Advent wird verteilt

Am 5. Dezember, dem zweiten Advent, will deshalb Kossen die Tüten mit Kaplan Willenbrink verteilen. Von 13 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit.

Inzwischen trudeln schon Spenden im Pfarrbüro ein, Bargeld, aber auch Süßigkeiten. Kaplan Willenbrink wirbt daneben beim Einzelhandel um Materialspenden, auch die örtliche Tafel will sich beteiligen.

Kekse nur eingepackt

Einzige Einschränkung: Wegen Corona dürfen Weihnachtskekse nur eingepackt gespendet werden.

Das Verteilen der Trucker-Tüten sei auch unter strengen Corona-Bedingungen gut möglich, sagt Kossen. Er betrete ja nicht die Fahrerkabine und habe nur gelegentlich ein kurzes Gespräch unter freiem Himmel.

Grapefruit und Cola

Obwohl er voriges Jahr auch einmal von unvermuteter Gastfreundschaft überrascht wurde: Trucker kramten in ihren Vorräten und überreichten Gegengeschenke. Von einem bekam er zwei große Grapefruits, von einem anderen Cola-Dosen. „Sie konnten kaum Deutsch, aber ohne Gegengeschenk wollten sie uns nicht gehenlassen.“

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