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Am 20. November in St. Amandus - Tickets online buchen

Lichtinstallation in Datteln erleuchtet den Alltag trotz Corona

20 Minuten lang können Besucherinnen und Besucher der Dattelner Pfarrkirche in eine andere Welt eintauchen - eine Welt mit Musik, Licht und Impulsen. Möglich machen dies Jonas Wiegert und Matthias Reimann vom Lichtinstallationsteam St. Amandus. Warum die Veranstaltung in heutiger Zeit so wichtig ist, darüber äußert sich im Gespräch Jonas Wiegert.

Herr Wiegert, am 20. November veranstalten Sie zusammen mit Matthias Reimann in der St.-Amandus-Kirche in Datteln eine Lichtinstallation. Was ist darunter zu verstehen?

Was genau unter einer Lichtinstallation zu verstehen ist, kann man so leicht gar nicht sagen. Wir versuchen jedes Jahr, die St.-Amandus-Kirche auf eine neue Weise zu gestalten. Manchmal in Stationen mit stehenden Lichteffekten, mal nur mit Kerzen, manchmal medial mit Videos und Licht oder auch mit Lichtkunstobjekten, wie einem beleuchteten Wasserfall. Jede Lichtinstallation findet unter einem bestimmten Motto statt und wird von uns kreativ umgesetzt. Dabei kommen nicht nur Lichtkunst-Fans auf ihre Kosten, sondern auch der Glaube spielt immer eine wichtige Rolle. In diesem Jahr wollen wir den Besuchern eine kurze Auszeit vom Alltag mit Musik und Licht ermöglichen.

Welchen technischen Aufwand müssen Sie betreiben?

Das hängt stark vom jeweiligen Konzept ab. Grundsätzlich gilt, dass wenn mehr bewegtes Licht benötigt wird auch mehr Lampen platziert und Kabel verlegt werden müssen. Durchschnittlich verwenden wir 50 bis 60 Lampen, die wir uns jedes Jahr anmieten. Diese werden von einem hilfsbereiten Unternehmer aus der Gemeinde für uns mit dem Lieferwagen abgeholt und von uns innerhalb von ein oder zwei Tagen aufgebaut. Die durchschnittlich 800 Meter Kabel werden uns von einem Elektriker aus der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Aufbau vor Ort ist meistens in drei Tagen abgeschlossen. Zuvor sind wir aber rund ein Dreivierteljahr unzählige Stunden mit der Vorbereitung beschäftigt: Programmierung der Lichtshow, Postproduktion von Filmen, Musik suchen und schneiden und Werbematerial entwickeln. Vergangenes Jahr waren es etwa 800 Stunden.

Das ist viel - warum tun Sie das?

Kurz: Um Leute zu begeistern, und das meinen wir wörtlich. Jedes Jahr besuchen uns die unterschiedlichsten Menschen - vom streng gläubigen Kirchgänger bis hin zum Atheisten. Uns ist es wichtig, dass jeder von ihnen etwas für sich mitnehmen kann. Wir bieten den Besuchern die Möglichkeit, die Kirche und den Glauben auf eine neue, farbenfrohe und kreative Art zu erleben und sich damit auseinander zu setzen. Vielleicht rufen wir durch unsere Arbeit dem ein oder anderen die Kirche wieder ins Gedächtnis.

Von welchen Plätzen im Kirchenraum lassen Sie sich inspirieren?

Die Inspiration zu neuen Ideen kommt uns meistens während des Dienstes am Altar als Messdiener. Der Kirchraum hat eine besondere Wirkung und stößt nicht selten einen Tagtraum an: Vom Taufbecken zu Wasser, zu Fluten, zum Wasserfall. Aus der Idee wird Wirklichkeit: Wir bauen einen drei Meter hohen und breiten Wasserfall in die Kirche. So oder so ähnlich werden Ideen gesponnen. Lässt sich aus einer solchen Idee ein tragfähiges Konzept entwickeln, wird sie weiterverfolgt und ausgefeilt. In diesem Jahr rücken Altar und Kreuz, aufgrund der Auflagen, in den Fokus. Trotzdem werden wir auch diesmal den gesamten Kirchraum mit Licht erfüllen.

Welche Resonanz haben Sie auf ihre bisherigen Lichtinstallationen erhalten?

Die Resonanz ist durchweg positiv. Wir genießen die persönlichen Gespräche mit den Besuchern am Abend, die nicht selten auch tiefgründiger werden und die gesetzten Impulse aufgreifen. Mittlerweile haben wir auch viele Stammgäste, die uns jedes Jahr besuchen, auch wenn man sie ansonsten nicht in der Kirche sieht. Viele sind begeistert, was wir mit unserem kleinen ehrenamtlichen Team auf die Beine stellen und können es nicht fassen, dass wir das lediglich als Hobby nebenbei betreiben.

In diesem Jahr lautet das Thema „Licht in dunkler Zeit“. Wie ist das Leitwort zu verstehen?

Die Idee entstand aus einer gewissen Niedergeschlagenheit. Wir hatten bereits seit Januar 2020 an der neuen Lichtinstallation gearbeitet. Dann kam die Corona-Pandemie, und uns wurde klar, dass wir unser Konzept so nicht umsetzen können. Die Vorbereitung wurde nahezu auf Eis gelegt, und wir entschieden uns im Mai, das Konzept komplett zu verwerfen. Kontaktverbote, ausgefallene Kulturveranstaltungen, stornierte Reisen - für uns sehr düstere Aussichten, eine dunkle Zeit. Während einiger Planungs-Videokonferenzen fassten wir den Entschluss, es trotzdem zu wagen und das, was wir gut können, zu machen: Licht. Warum also nicht den Menschen für eine kurze Zeit etwas Licht in diese dunkle Zeit bringen?!

In den letzten Jahren besuchten durchschnittlich 1.200 Menschen den Veranstaltungsabend. Das ist heute wegen der Corona-Hygienevorschriften kaum möglich. Wie kommen Sie mit den Beschränkungen zurecht?

Mit viel zusätzlichem Aufwand und weniger Besuchern. Bislang kamen die Besucher über den Abend verteilt und blieben so lange, wie sie wollten. Das ist in diesem Jahr leider nicht möglich. Wir haben ein Hygienekonzept entwickelt, welches unter anderem ein Online-Buchungssystem beinhaltet, mit dem die Besucher vorab eine kostenlose Eintrittskarte für eine bestimmte Uhrzeit buchen müssen. Dabei werden die Kontaktdaten zur Nachverfolgbarkeit aufgenommen, und man bekommt einen festen Sitzplatz zugewiesen. Vor Ort unterstützen uns Gemeindemitglieder als Ordnerdienst. Die Veranstaltung dauert etwa 20 Minuten, und die einzelnen Besuchergruppen werden so geführt, dass sie sich nicht begegnen. Das sind nur einige der getroffenen Vorkehrungen. Fazit: Viel organisatorischer Aufwand, aber mit der Hoffnung, den Besuchern eine schöne Zeit zu ermöglichen.

Die Lichtinstallation findet am 20. November ab 18 Uhr statt, vorbehaltlich neuer Corona-Infektionsschutzregeln. Vorgesehen sind an dem Abend bis 22 Uhr neun Veranstaltungen. Deshalb muss sich jede Besucherin und jeder Besucher zuvor online registrieren (Nachverfolgungsliste) und ein kostenloses Ticket buchen. Die Teilnehmer sollen 15 Minuten vor der gewählten Veranstaltungszeit zum Wartebereich vor dem Pfarrheim (Amandus-Forum) kommen und das Ticket ausgedruckt mitbringen oder digital auf dem Smartphone zeigen können. Die Tickets werden gescannt. Im Kirchenraum herrscht die gesamte Zeit Maskenpflicht für Personen ab sechs Jahren. Der Ticketshop wird in diesen Tagen freigeschaltet unter www.st-amandus-datteln.de/lichtinstallation.

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