Katja Orthues und Anselm Thissen von der Jugendkirche effata[!] haben komponiert

Lied für den Katholikentag soll Ohrwurm werden

Friedenslied für den Katholikentag
Die Band der Jugendkirche effata[!] spielt das Friedenslied von Anselm Thissen und Katja Orthues.Video: Michael Bönte
Katja Orthues und Anselm Thissen | Foto: Michael Bönte

„Wenn jemand aus dem Gottesdienst geht und die Melodie pfeift.“ Für Katja Orthues und Anselm Thissen ist dies das entscheidende Anzeichen, ob ihnen ein Lied gelungen ist oder nicht. Seit vielen Jahren komponieren sie in ihrer Freizeit Musik, vornehmlich für Gottesdienste. Diese Erfahrung hat ihnen geholfen, auch für den Katholikentag in Münster ein Lied zu schreiben. Der Titel? „Klar: Suche Frieden.“ Die Textidee? „Der innere Frieden.“ Die Melodie: „Eingängig, rhythmisch, melodisch.“

Als sie den Song in der liturgischen Revue der Jugendkirche effata[!] offiziell vorstellten, sprangen sie nicht ins kalte Wasser. „Wir haben das Glück, das wir unsere Musik auch in der Entstehungsphase immer wieder testen können“, sagt Orthues. Mit der Band der Jugendkirche spielten sie ihn schon öfter. Und auch in Gottesdienst in effata[!] war er zuvor schon zu hören. „Da kamen viele Rückmeldungen.“

Die Botschaft bleibt

„Überwiegend positive, aus allen Richtungen“, sagt Thissen. Was ihnen wichtig ist. „Wir möchten unsere Musik nicht zu stark auf ein spezielles Publikum zuschneiden.“ Es geht ihnen darum, den Zugang möglichst offen zu halten. „Damit so viele andocken können wie möglich.“ Woran andocken? „An die frohe Botschaft – die bleibt dieselbe.“ Mit ihrer Musik wollen sie deshalb auf der einen Seite nicht zu fromm daher kommen. „Es soll keine kircheninterne Sprache und Melodie gesungen werden.“ Aber Thema und Stil sollen auch zur anderen Seite nicht zu sehr einschränken: „Die Menschen kommen aus unterschiedlichen Lebenswelten – unsere Lieder sollen sich für alle öffnen.“


Text und Noten des Friedenslieds zum Herunterladen.

Das Thema „Frieden“ war ein Glücksfall. „Damit kann jeder etwas anfangen„, sagt Orthues. „Wir haben aber schnell gemerkt, wie vielseitig es ist.“ Für ihr Lied entschieden sie sich, nicht auf alle Facetten wie „Weltfrieden“, „Frieden unter den Religionen“ oder „friedlicher Umgang mit der Natur“ einzugehen. „Der Frieden in jedem selbst“ wurde zum Motiv. „Der ist grundlegend.“

Dass sie etwas für den Katholikentag schreiben wollten war ihnen früh klar. Auch weil sie die Liturgische Revue mitgestalten, die junge Menschen auf das Großereignis vorbereiten wird. Als Anselm Thissen dann bei einem Familienbesuch vor einigen Monaten am heimatlichen Klavier saß, brachte er die ersten Ideen auf die Tasten. Nach und nach kamen weitere Noten und Worte dazu.

Feuertaufe unterm Weihnachtsbaum

Das gemeinsame Komponieren funktionierte dann vor allem digital, erklärt er: „Wir schickten uns unsere Entwicklungen und Ideen per Mail zu.“ Erst danach kam die Phase für den Feinschliff – dafür saßen sie dann gemeinsam am Klavier. Die Feuertaufe bestand das Lied übrigens unterm Weihnachtsbaum. Wieder in Thissens Heimatort Wesel, dieses Mal mit der Großfamilie. „Alle haben mitgesungen“, sagt er. „Das war ein deutliches Zeichen, dass wir mit der Komposition nicht falsch liegen.“

Ob es zur Katholikentags-Hymne reicht, wird sich zeigen. „Wäre schön, aber das ist nicht das Ziel“, sagt Orthues. Ihr Lied wird aber auf jeden Fall seinen festen Platz haben. Acht Auftritte wird die Band der Jugendkirche effata[!] während der Veranstaltung Anfang Mai haben. Auch bei der Eröffnung auf dem Domplatz werden sie ihre Komposition vor tausenden Zuhörern spielen. Und nachher pfeifen vielleicht alle die Melodie.