Erstmals Treffen nach Rücktritt in 2014

Limburger feiern Messe mit früherem Bischof Tebartz-van Elst

Erstmals seit seinem Rücktritt 2014 ist der frühere Bischof von Limburg Franz-Peter Tebartz-van Elst mit einer größeren Gruppe von Gläubigen seines einstigen Bistums zusammengetroffen. Bei einem Gottesdienst am Montag in Rom begrüßte ihn sein Nachfolger Georg Bätzing.

„Wir verdanken nicht zuletzt dir, dass unser Bistum nun eine Heilige hat,“ sagte Bätzing unter Beifall an Tebartz-van Elst gewandt. Die Limburger Pilger feierten die Messe als Dank für die Heiligsprechung der Ordensgründerin Katharina Kasper durch Papst Franziskus am Vortag.

Tebartz: Wir brauchen Zeugnis der Heiligen

Tebartz-van Elst bedankte sich für die Einladung zu dem Gottesdienst. Weil er am Sonntag zum ersten Todestag seiner Mutter in Deutschland war, habe er an der Heiligsprechungsfeier nicht teilnehmen können.

In seiner Ansprache erinnerte er an die Anfänge des Heiligsprechungsprozesses. Benedikt XVI. (2005-2013) habe sein 2012 vorgetragenes Anliegen wohlwollend aufgenommen. Deutschland brauche „das gelebte Zeugnis von Heiligen und Seligen, die nicht kleinbeigeben, wo andere aufgeben“. Für seine Worte erhielt Tebartz-van Elst längeren Beifall.

Von 2004 bis 2008 Weihbischof für die Region Borken-Steinfurt

Tebartz-van Elst war im März 2014 nach einem Finanzskandal als Bischof von Limburg zurückgetreten. Seit März 2015 ist er im Vatikan im Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung für den Fachbereich Katechese tätig. Tebartz-van Elst, der gebürtig aus Kevelaer-Twisteden stammt, war von 2004 bis 2008 Weihbischof im Bistum Münster, zuständig für die Region Borken-Steinfurt.

Erste Heilige des Bistums Limburg

Zu der Feier waren rund 1.500 Pilger aus Limburg nach Rom gereist. Die aus dem Westerwald stammenden Gründerin der „Dernbacher Schwestern“, Maria Katharina Kasper (1820-1898), ist die erste Heilige des Bistums Limburg.

Kasper gründete 1845 einen Verein für Kranken- und Altenpflege, aus dem später die Kongregation der Dernbacher Schwestern hervorging. Heute zählt sie weltweit rund 600 Schwestern. In Deutschland ist mit dem Orden heute ein Pflegeunternehmen „Dernbacher Gruppe Katharina Kasper“ mit 6.500 Beschäftigten verbunden.