Wortgottesdienst mit 200 Teilnehmern

„Liturgische Revue“ in Jugendkirche stimmt auf Katholikentag ein

200 Namen von „Suchenden“ schmücken die Leuchtstele in der Jugendkirche „effata“, auf der blau angestrahlt das Friedenlicht von Bethlehem brennt. Nach und nach haben die Besucher der Liturgischen Revue am 13. Januar ihre Unterschrift auf die Plexiglasstele gesetzt als Zeichen, dass sie Suchende sind.

„Most wanted“ heißt der Titel des Wortgottesdienstes, mit dem das Team der Jugendkirche und das Katholikentagsbüro des Bistums Münster auf das kirchliche Großereignis im Mai unter dem Leitwort „Suche Frieden“ einstimmt. „Das Leben bedeutet, auf der Suche zu sein und auch zu bleiben“, erklärt Diözesanjugendseelsorger Hendrik Drüing. „Aber spannend wird es, wenn wir uns selbst diese Frage stellen: Was suche ich eigentlich? Was ist mein ‚most wanted’ im Leben?“ Eineinhalb Stunden lang denken die Besucher der Liturgischen Revue über das nach, was sie in ihrem Leben erfahren möchten. Videoclips, Lichteffekte, ein Gedicht von Poetry-Slammerin Julia Engelmann und die Musik der „effata“-Band unterstützen sie dabei.

Jugendliche zeigen, was sie ausprobieren möchten

So zeigen die Jugendlichen und Katholikentagsinteressierten per Handzeichen, was sie ausprobieren möchten: eine längere Zeit im Ausland leben, seiner größten Angst ins Auge sehen, spontan in den Urlaub fahren, den Jakobsweg gehen, auf sein Handy verzichten oder eine Liste schreiben, auf der alle außergewöhnlichen Dinge stehen, die man noch erleben möchte.

Dass auch das Scheitern zur Suche gehört, verdeutlichen Videoszenen, in denen Frieden zwischen Menschen nicht gelingt. Drüing lädt alle ein, fünf Holzstelen mit den Wörtern Enttäuschung, Trennung, Gewalt, Mobbing und Lüge im Kirchenraum aufzusuchen. „Wenn Euch eine Aussage bekannt vorkommt, Ihr sie vielleicht schon einmal durchleben musstet, oder Ihr Euch genau dort Frieden wünscht, könnt Ihr Eure Abstimmkarte in die Vase legen“, erklärt er. Am Ausgang bekommen die Besucher einen Turnbeutel mit der Aufschrift „Suche Frieden“. „Bleiben wir Suchende, suchen wir den Frieden“, gibt Drüing mit auf den Weg.

„Ich hatte richtig Gänsehaut“

„Ein toller Auftakt für den Katholikentag“, sind sich die Schwestern Lina und Eva Brambrink aus Dülmen und Paderborn einig. Ansprechend sei vor allem die Musik gewesen: „An manchen Stellen, als die Nebelmaschine zum Einsatz gekommen ist, hatte ich richtig Gänsehaut“, sagt die 15-jährige Lina. Aber auch die Gestaltung hat die jungen Frauen angesprochen: „Die Texte und Videoclips haben geholfen, sich mit dem Thema Frieden auseinanderzusetzen“, beschreibt die 19-jährige Eva, die regelmäßiger Gast in der Jugendkirche ist. Was sie und ihre Schwester im Mai vorhaben, steht schon fest: „Wir sind beim Katholikentag dabei.“