Polizei vermutet Sturmböe als Unfallursache

Lkw fährt in Antoniuskapelle bei Horstmar

Bei einem Verkehrsunfall auf dem Schöppinger Berg bei Horstmar (Kreis Steinfurt) ist in der Nacht zum Mittwoch die Antoniuskapelle stark beschädigt worden. Nach ersten Einschätzungen sei das Gebäude einsturzgefährdet, teilte die Polizei am Mittwoch in Horstmar mit. Der 43-jährige Fahrer des nicht beladenen Gespanns sei leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Gesamtsachschaden liege nach Schätzungen im fünfstelligen Eurobereich. Die von der Antonius-Bruderschaft verwaltete Kapelle war erst kürzlich restauriert worden.

Polizeisprecher: „Mörderischer Wind“

Blick ins innere der Antoniuskapelle vor dem Unfall auf dem Schöppinger Berg.Blick ins innere der Antoniuskapelle vor dem Unfall auf dem Schöppinger Berg. | Archiv-Foto: Franz Neugebauer.

Johannes Tiltmann, Pressesprecher der Polizei im Kreis Steinfurt, sagte zu „Kirche-und-Leben.de“, höchstwahrscheinlich sei eine Sturmböe für den Unfall verantwortlich, die den leeren 20-Tonner womöglich von der Fahrbahn gedrückt hat, sodass er über einen Grünbereich und zwischen zwei Bäumen hindurch in die Kapelle fuhr. Es herrsche weiterhin ein „mörderischer Wind“ an der Unfallstelle. Am Nachmittag soll der Lkw Tiltmann zufolge geborgen werden. Die Kapelle sei von innen mit Baustützen gesichert worden.

Die Antoniuskapelle auf dem Schöppinger Berg wurde 1770 errichtet. Es handelt sich um ein schlichtes Gebäude mit einer offenen Vorhalle. Die Kapelle beeindruckt durch ihre Lage auf der Höhe des Schöppinger Berges inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen. Zudem enthält sie einige nicht unbedeutende Werke der Bildhauerkunst, eine gotische Marienklage aus der Zeit um 1490 sowie einen Barockaltar. Sie ist Ziel zahlreiche Pilger. Wahrscheinlich stand hier bereits ein sehr viel älterer Vorgängerbau.

Die Antonius-Kapelle liegt auf dem 147 Meter hohen Schöppinger Berg an der Straße zwischen Horstmar und Schöppingen im Kreis Steinfurt. Das Gotteshaus ist Eigentum der Horstmarer Antonius-Bruderschaft, die es sich zur Pflicht gemacht hat, die Kapelle zu pflegen und instand zu halten. Nach einer Inschrift ist das Gebäude um 1770 eingeweiht worden, vermutlich existierte es aber schon länger. Die Pfarrchronik meldet für das Jahr 1937, dass die Kapelle sehr verfallen war und außen und innen wieder hergestellt wurde. In den 1970er und 1980er Jahren wurde sie erneut renoviert und der Öffentlichkeit tagsüber zugänglich gemacht. | Johannes Bernard