ARBEIT

Lkw-Fahrer*innen brauchen mehr Unterstützung - die KAB hilft mit

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Die Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer sind oft prekär. Das muss sich ändern, fordert KAB-Mitglied Sigrid Audick.

Es ist eine gute Tradition, am Namenstag des Heiligen Nikolaus kleine Tüten mit Leckereien zu verschenken. Häufig wird schon am Abend vorher ein Teller oder Stiefel aufgestellt, damit er sie befüllt. Der Heilige hat sich stark gemacht für Menschen, die sich in schwierigen Situationen befanden.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster verschenkt Nikolaustüten an Lkw-Fahrer*innen.

Vor zwei Jahren ist die KAB im Bistum Münster 125 Jahre alt geworden. Wir wollten in dem Jahr die Vielfalt unsere Arbeit an verschiedenen Orten mit sehr unterschiedlichen Aktionen darstellen. So entstand die Aktion „Nikolaus im Fahrerhaus“.

Aufmerksamkeit auf Missstände lenken

Die Autorin
Sigrid Audick (59) aus Recke ist Mitglied der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster und stellvertretende Diözesanvorsitzende. Sie engagiert sich unter anderem für die Frauenarbeit im Verband.

Am zweiten Adventssonntag, 7. Dezember, verteilen wir zum dritten Mal an den Rastplätzen im Bistum Münster vom Niederrhein bis ins Oldenburger Land Nikolaustüten. Lkw-Fahrer*innen verbringen viele Sonntage auf trostlosen Rastplätzen. Die Aktion „Nikolaus im Fahrerhaus“ will aufmerksam machen auf die prekären Arbeitsbedingungen häufig osteuropäischer Lkw-Fahrer*innen.

„Nikolaus im Fahrerhaus“ ist die Möglichkeit, Menschen Danke zu sagen, die für uns unterwegs sind und uns versorgen. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit, Aufmerksamkeit auf die Lkw-Fahrer*innen zu lenken, die Missstände deutlich aufzuzeigen und Forderungen an die Politik zu stellen, damit sich die prekäre Arbeitssituation verbessert.

In diesem Jahr werden 2.200 Tüten verteilt, befüllt mit Schoko-Nikolaus, Kaffee, Tee, Plätzchen und einer Dankeskarte.

Welche Verbesserungen möglich wären

Doch mit Schoko-Nikolaus, Plätzchen und der Dankeskarte ändert sich für die Fahrer*innen noch nicht viel. Es ist wichtig, öffentlich auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Die Fahrer*innen sind wochenlang im Lkw unterwegs, ohne Zugang zur ärztlichen Versorgung und ohne menschenwürdige Unterkünfte auf den Parkplätzen. Ihr zu Hause ist ihre Fahrerkabine, sie ist Schlafplatz, Aufenthaltsort und Arbeitsplatz. Kontakt zu ihren Familien halten sie über WhatsApp und andere Kanäle.

Schon heute ist es möglich, die bestehenden Gesetze zugunsten der Lkw-Fahrer*innen durchzusetzen. Was leider zu wenig geschieht. Es braucht kostenlose Sanitäranlagen, Trinkwasserversorgung, Sozialräume und medizinische Hilfe an Raststätten.

Gesellschaft und Politik mitgestalten

Es ist mir als KAB’lerin und Christin wichtig, politisch zu sein. Gestärkt durch meinen Glauben, kann ich mich einbringen und Gesellschaft mitgestalten. Aus christlicher Verantwortung möchte ich mich in Politik einzumischen, unbequem werden und mich für ein gutes Leben für alle einsetzen. Dies tue ich gemeinsam mit vielen KAB’ler*innen.

Ich wünsche mir, dass durch Aktionen wie „Nikolaus im Fahrerhaus“ das Engagement der KAB als katholischer Sozialverband wahrgenommen wird. Sie ist eine kritische Stimme in der Kirche, möchte Gesellschaft und Politik mitgestalten.

In unseren Gast-Kommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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