Michael Mombauer leitet Pilot-Pfarrei im Bistum Münster

Lünen: Neuer Pfarrer erprobt neues Leitungsmodell

„Wir sind eine gastfreundliche Kirche und schaffen Räume, in denen Menschen sich wohlfühlen und angenommen wissen, so wie sie sind. Wir wertschätzen alle Menschen und heißen sie willkommen. Wir sind eine einladende Pfarrei.“ So steht es im Pastoralplan der Pfarrei St. Marien in Lünen.

Die Pfarrei nördlich der Lippe mit ihren gut 11.000 Gemeindemitgliedern wird am 2. Dezember um 15 Uhr ihren neuen leitenden Pfarrei Michael Mombauer empfangen. Der Gottesdienst in der Kirche St. Marien wird musikalisch von den Chören der Gemeinde gestaltet, und auch der Kindergottesdienstkreis mit der „Kinderkirche“ wird dabei sein.

„Es ist eine gut aufgestellte Pfarrei mit vielen Engagierten“

Die gute Willkommenskultur in Lünen hat Mombauer bereits bei den ersten Gesprächen mit dem Kirchenvorstand und Pfarreirat gespürt. „Es ist eine gut aufgestellte Pfarrei mit vielen Engagierten“, weiß Mombauer über den Pastoralplan, der ausführlich das kirchliche Leben mit den Kirchorten St. Marien, St. Norbert, St. Gottfried und St. Ludger beschreibt.

Elf Jahre war Mombauer Pfarrer in St. Ambrosius in Ostbevern. „Ich habe immer gesagt, dass ich mir noch einen Wechsel vorstellen kann, und das möglichst nicht erst mit 60“, sagt der 53-Jährige. Auch wohl deshalb sei Bischof Felix Genn auf ihn zugekommen mit dem Hinweis, ob er sich vorstellen könne, die Nachfolge von Clemens Kreiss anzutreten, der Seelsorger an der LWL-Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Münster geworden ist.

Mit Laien gemeinsam die Pfarrei leiten

Die Lünener hätten ihm dann die Entscheidung, die Pfarrstelle zu übernehmen, leicht gemacht. In der Pfarrei wird Mombauer innovative Projekte begleiten. Denn St. Marien ist eine so genannte Pilot-Pfarrei des Bistums Münster. Dabei geht es darum, Leitungsverantwortung zu verteilen und sich den Fragen zu stellen: Wie können Haupt- und Ehrenamtliche künftig gemeinsam eine Pfarrei leiten? Wer übernimmt Verantwortung für welche Aufgaben?

„Ich bin offen für alles Neue und finde es spannend, Pilotprojekte auszuprobieren“, sagt Mombauer, wohlwissend, dass in dieser Herausforderung auch von außerhalb die Blicke auf ihn gerichtet sind.

Freizeit-Pianist und Hobby-Radler

Der erfahrene Seelsorger stammt gebürtig aus Steinfurt-Borghorst. 1991 wurde er zum Priester geweiht. Es folgten Stationen als Aushilfe in Recklinghausen und Coesfeld sowie als Kaplan in Warendorf und Xanten. 1998 wurde Mombauer Pfarrer in Ibbenbüren-Laggenbeck. 2007 wechselte er nach Ostbevern. Seit 2012 war der Seelsorger zusätzlich Dechant im Dekanat Warendorf.

In seiner Freizeit liest der Priestern gern aktuelle Literatur und spielt Klavier. In seiner Garage hat er auch zwei Fahrräder stehen, die er für Runden rund um die Stadt nutzen wird. „Etwas frische Luft tut einem ganz gut.“

„Pilgerfahrten stärken die Gemeinschaft“

Die Tradition von Gemeindewallfahrten, die er in Ostbevern gepflegt hat, würde er gern weiterführen. „Pilgerfahrten stärken die Gemeinschaft“, hat Mombauer festgestellt. Fahrten ins Heilige Land, nach Santiago de Compostela und Reisen auf den Spuren des heiligen Paulus nach Griechenland und in die Türkei habe er schon unternommen.

Auf jeden Fall wolle er in Lünen Gemeinschaft stärken und mithelfen, für die vier Kirchorte jeweils ein eigenes Profil zu entwickeln.