Ehrung am Sonntag in Recklinghausen

Maffay: Künstler sollen sich gegen Rechtspopulismus positionieren

Der Musiker Peter Maffay fordert, Künstler sollten sich deutlich gegen Extremismus und Rechtspopulismus positionieren. Musiker, Maler, Bildhauer, Dichter, aber auch Journalisten und alle, die Inhalte multiplizieren, seien aufgefordert sich zu positionieren, sagte Maffay der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“. Wenn im gesellschaftlichen Leben gravierende Differenzen auftreten würden, müsse es Leute geben, „die die Funktion von Ausrufezeichen oder Leuchttürmen übernehmen“.

„Deutschland hat gesellschaftlichen Konsens verloren“

Deutschland habe seinen „gesellschaftlichen Konsens verloren, den gemeinsamen Wertekanon“, sagte der 68-Jährige. „Es wird nur etwas passieren, wenn Aufklärungsarbeit geleistet wird und wenn genügend Menschen da sind, die die Dinge beim Namen nennen.“ Dabei bereite nicht allein der Rechtsextremismus Sorge, sondern Extremismus und Fanatismus jeder Couleur, sei er politisch oder religiös motiviert.

Maffay wird am Sonntag für sein Engagement gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus mit der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit geehrt. Die Auszeichnung erhält er bei der bundesweiten Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“ in Recklinghausen. Der Rumäniendeutsche Maffay ist einer der erfolgreichsten deutschen Pop- und Rocksänger.