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Ein Jahr nach dem tödlichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt: Magdeburg erinnert an die Tat. Auch Bischof Feige äußert sich.
Zum ersten Jahrestag des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat am Samstag das offizielle Gedenken mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Johanniskirche nahe dem Tatort begonnen. „Nach einem Jahr merken wir, dass die Finsternis immer noch da ist: Da sind Lücken, die der Verlust eines Menschen in Familien und Freundeskreise gerissen hat und sich nicht einfach wieder schließen“, sagte Bischof Gerhard Feige. Bei der Amokfahrt am 20. Dezember 2024 starben sechs Menschen, über 300 wurden teils schwer verletzt. „Das Leben ist ein anderes, es ist ein Stück dunkler geworden“, sagte Feige.
Zugleich betonte er unter Verweis auf die Bibel, dass die Dunkelheit aber nie das Licht ganz erfassen könne. Bischof Feige appellierte an die rund 250 Anwesenden, darunter Landesinnenministerin Tamara Zieschang (CDU), die Hoffnung auf ein würdevolles und menschenfreundliches Miteinander zum Wohle aller und des Gemeinwohls nicht aufzugeben. Er dankte allen, die am Abend der Amokfahrt den Opfern ohne Ansehen der Person halfen. Sie hätten dadurch „die Finsternis nach dieser menschenverachtenden Tat durchbrochen und ein Licht angezündet“.
Erinnerungen an den Anschlagsabend in Magdeburg
In eindrucksvollen Statements erinnerten im Gottesdienst ein Notfallseelsorger, eine Ersthelferin, der Chefarzt der Unfallchirurgie Stendal und die Magdeburger Bürgermeisterin Regina Stieler-Hinz an den Abend des Anschlags. Am Gedenkort vor der Kirche brannten auch am Jahrestag zahlreiche Kerzen, Menschen legten Erinnerungssteine, Blumen und Kuscheltiere ab.
Um 17.30 Uhr findet noch eine Gedenkstunde in der Johanniskirche für Betroffene und Hinterbliebene statt, bei der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprechen wollen. Um 19.02 Uhr, dem Zeitpunkt des Anschlags, ist ein stadtweites Glockenläuten geplant. Zudem soll rund um den Weihnachtsmarkt, wo die Amokfahrt stattfand, eine Lichterkette gebildet werden.