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Nach Gutachten in München mit Bezug zum Bistum Essen

Mahnwache in Essen – Missbrauchsbetroffene begegnen Overbeck

  • Nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens haben Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche eine Mahnwache am Essener Dom gehalten.
  • Sie begegneten auch Bischof Franz-Josef Overbeck.
  • Im Münchner Gutachten spielt ein Priester eine zentrale Rolle, der zuvor bereits im Bistum Essen Täter war.
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Nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens haben Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche eine Mahnwache am Essener Dom gehalten. Nach Angaben der Wochenzeitung „Neues Ruhr-Wort“ hätten sie ein stilles Zeichen setzen und auf die Verantwortung des Bistums hinweisen wollen.

Laut Bericht standen die Beteiligten zwei Stunden ruhig vor dem Dom. Mit Beginn der Dämmerung hätten sie Kerzen angezündet – im Gedenken an alle Menschen, die von Geistlichen missbraucht wurden.

Essener Bistumspriester im Münchner Gutachten

Das Bistum Essen meldet auf seiner Internetseite, etwa 50 Menschen hätten sich versammelt. Bischof Franz-Josef Overbeck, Generalvikar Klaus Pfeffer und weitere Bistumsvertreter hätten das Gespräch mit ihnen gesucht. „Wir müssen alles tun, um Missbrauch zu verhindern, aber auch das verändern, was ihn erst möglich gemacht hat“, sagte der Ruhrbischof.

Das Münchner Gutachten beschäftigt sich auch mit dem Priester Peter H. aus dem Bistum Essen. Er verging sich dort und nach seiner Versetzung ins Erzbistum München an mindestens vier Orten an Minderjährigen. Dennoch wurde er immer wieder in der Seelsorge eingesetzt. Noch am Tag der Mahnwache hatte Pfeffer Schuld der Verantwortlichen im Bistum Essen eingestanden.

Betroffene weitgehend zufrieden

Die Initiatoren zogen eine weitgehend positive Bilanz der Mahnwache. „Es ist gut, dass wir wahrgenommen werden und uns zugehört wird“, sagte Markus Elstner dem „Neuen Ruhr-Wort“. Zugleich zeigte er sich enttäuscht, dass Overbeck nicht das persönliche Gespräch mit ihm gesucht habe.

Ähnlich äußerte sich Wilfried Fesselmann, der von Peter H. missbraucht worden war. „Bischof Overbeck kennt uns und hat uns während seiner Ansprache auch angesehen, aber er ist nicht zu uns gekommen. Ich glaube, das konnten wir von ihm erwarten.“

Deutliche Kritik übte Elstner daran, dass Overbeck ein Vaterunser sprach. „Das passte einfach nicht zu unserer Veranstaltung“, sagte Elstner, der nach eigenen Worten, „mit der Kirche abgeschlossen“ und „den Glauben an Gott verloren“ habe. Ein Gebet habe bei der Mahnwache „wirklich nichts zu suchen“ gehabt: „Es wurde viel zu lange nur geredet und gebetet.“

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