EVANGELISCHE KIRCHE

EKD: Ehemaliger Ratsvorsitzender Manfred Kock gestorben

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Ein Leben im Dienst der Kirche: Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock ist tot. Seine Kirche erinnert an einen Mann mit verbindendem Wesen.

Von KNA

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Altpräses der Rheinischen Landeskirche, Manfred Kock, ist tot. Er starb am Donnerstag, 11. September, mit 88 Jahren, wie die Landeskirche am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Kock wurde im Januar 1997 zum rheinischen Präses gewählt; im November desselben Jahres erfolgte die Ernennung zum EKD-Vorsitz. Beide Leitungsämter hatte er bis 2003 inne.

Der aktuelle Präses der rheinischen Kirche, Thorsten Latzel, würdigte Kock als Menschen mit verbindendem Wesen und großer theologischer Weisheit. In seinen Ämtern habe er das Evangelium verständlich und einladend zu den Menschen gebracht. „Manfred Kock repräsentierte mit klarer Haltung die evangelische Kirche in der Öffentlichkeit, beförderte die ökumenische Gemeinschaft und scheute nicht davor zurück, sich auch in gesellschaftlich brisante Debatten einzubringen“, so Latzel.

Bischöfin Fehrs zu Kock: „Herausragende Persönlichkeit“

Die amtierende EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, erinnerte an Kock als „herausragende Persönlichkeit des Protestantismus“. In gesellschaftlichen Debatten habe er Akzente gesetzt und damit Orientierung gegeben. „In ökumenischer Offenheit und als Brückenbauer par excellence auch zwischen Kirche, Politik und Gesellschaft hat er viel Segen gewirkt“, so Fehrs.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, nannte Kock ein Urgestein der Ökumene. Wie kaum ein anderer habe dieser die Entwicklungen im ökumenischen Dialog erlebt, so Bätzing in seinem Beileidsschreiben an die EKD. Unermüdlich habe sich Kock etwa für die ökumenische Woche für das Leben eingesetzt. „Dabei scheute er vor klaren theologischen Positionen ebenso wenig zurück, wie er gleichzeitig immer wieder sichtbare und nachhaltige ökumenische Brücken zu den anderen Konfessionen baute“, so Bätzing. 

Überraschende Wahl zum EKD-Ratsvorsitzenden

Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Bielefeld, Münster und Tübingen sowie seiner ersten Pfarrstelle in einer Bergarbeitergemeinde in Recklinghausen kam Kock 1970 als Jugendpfarrer des Evangelischen Stadtkirchenverbandes nach Köln. Seine nächsten Stationen waren Gemeindepfarrer in Köln-Bocklemünd, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord und ab 1988 Stadtsuperintendent. Die Wahl zum Ratsvorsitzenden 1997, kurz nach seiner Ernennung zum rheinischen Präses, war für viele überraschend.

Auch nach Eintritt in den Ruhestand 2003 wirkte Kock nach Angaben der Landeskirche weiter für seinen Glauben. Er sei ein gefragter Redner und Mitglied in gesellschaftlichen Gremien gewesen und habe sich bis ins hohe Alter in bürgerschaftlichen Initiativen engagiert.

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