Anliegen des Papstes werde womöglich zu wenig berücksichtigt

„Maria 1.0“ will Forum zu Neuevangelisierung beim „synodalen Weg“

Die Gruppe „Maria 1.0“ aus Schongau in Oberbayern verlangt ein Forum zur Neuevangelisierung bei der Reformdebatte der katholischen Kirche in Deutschland. Bisherige Verlautbarungen der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gäben Anlass zur Sorge, dass der Brief von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ zu wenig Berücksichtigung beim „synodalen Weg“ finde, meint „Maria 1.0“-Initiatorin Johanna Stöhr. Nach den Worten des Papstes müsse Evangelisierung vorrangiges Thema beim „synodalen Weg“ sein.

Franziskus schreibe deutlich, dass die Evangelisierung „unser Leitkriterium schlechthin sein muss, unter dem wir alle Schritte erkennen können, die wir als kirchliche Gemeinschaft in Gang zu setzen gerufen sind“, so Stöhr. Die Evangelisierung bilde die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche.

Gegenbewegung zu „Maria 2.0“

Die Schongauer Lehrerin Stöhr hat die Aktion „Maria 1.0“ als Reaktion auf die Bewegung „Maria 2.0“ ins Leben gerufen, die sich von Münster aus zu einer bundesweiten Protestwelle samt „Kirchenstreik“ gegen eine männerdominierte Kirche und für den Zugang von Frauen zu Weiheämtern entwickelt hatte. Stöhr ist der Ansicht, „Maria braucht kein Update“. Sie wolle zeigen, „dass es auch Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche halten“.

Den „verbindlichen synodalen Weg“ zur Erneuerung der Kirche haben die deutschen katholischen Bischöfe im Frühjahr unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals angestoßen. Mit ihm wollen sie Lehren daraus ziehen und Vertrauen zurückgewinnen.