Herausgeberinnen sind Mitbegründerinnen der Bewegung aus Münster

„Maria 2.0“ – erste Zeitschrift zur Reform-Initiative

Unter dem Titel „Maria 2.0“ erscheint ab dem 29. November in der Liborius Verlagsgruppe eine neue Zeitschrift zur gleichnamigen Initiative. Sie soll monatlich zum Preis von zwei Euro (zuzüglich 40 Cent Versandkosten) herausgebracht werden und vorerst ausschließlich als gedruckte Ausgabe im Abonnement erhältlich sein, wie die Verlagsgruppe am Montag in Hamm bekanntgab. Herausgeberinnen sind die Mitbegründerinnen der Initiative Lisa Kötter und Maria Voß-Frick aus Münster.

„Maria 2.0“ soll nach Angaben des Verlags die Initiative bei ihren Aktionen begleiten und Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung bieten. „Wir greifen dabei nicht nur die reformerischen Aktivitäten der Bewegung auf, sondern ebenso ihre zustimmende Grundhaltung zur Kirche“, sagte der Verleger der Verlagsgruppe, Rudolf Thiemann. Dass der Initiative viel an der Kirche liege, werde durch ihr Engagement und ihre Aktionen vor den Kirchentüren deutlich.

Vor knapp einem Jahr gegründet

Die bundesweite katholische Reformbewegung Maria 2.0 war im Januar 2019 in Münster gegründet worden. Forderungen sind die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats sowie die vollständige und transparente Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.

Die Zeitschrift spiegele die „große positive Resonanz und den Zuspruch“ für die Reformbewegung ebenso wider wie den Widerspruch, so der Verlag. Kritische Stimmen würden analysiert und eingeordnet. Außerdem beleuchte „Maria 2.0“ weitere Reformansätze innerhalb der Kirche. Thema der ersten Ausgabe ist laut Angaben unter anderem eine Stellungnahme der Vorsitzenden der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil, zur Amazonas-Synode in Bezug auf die Rolle der Frau in der deutschen Kirche.

1000 Gruppen in Deutschland

Kötter, Voß-Frick und weitere Münsteranerinnen hatten im Mai zur ersten Aktionswoche aufgerufen. Frauen sollten dabei eine Woche lang weder eine Kirche betreten noch ehrenamtlich tätig werden. Dem Appell waren nach Angaben der Initiatorinnen über 1000 Gruppen in ganz Deutschland gefolgt. Auch bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Lingen hatten rund 300 kfd-Frauen für eine stärkere Beteiligung von Frauen demonstriert. Bei einer zweiten Aktionswoche Anfang Oktober wurden bundesweit unter anderem Diskussionen, Open-Air-Gottesdienste und Menschenketten durchgeführt.