Frauen-Bündnis aus Münster startet zweite bundesweite Aktionswoche

„Maria 2.0“: Neue Aktionen – Menschenkette um Dom in Paderborn

Mit einer zweiten bundesweiten Aktionswoche will die Protestbewegung „Maria 2.0“ ab dem heutigen Mittwoch auf Reformen in der katholischen Kirche drängen. Deutschlandweit seien bis zum kommenden Dienstag Diskussionen, Open-Air-Gottesdienste und weitere Veranstaltungen geplant, sagte Mitinitiatorin Lisa Kötter der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Münster.

Bereits für den Mittwochabend sei etwa eine Menschenkette um den Paderborner Dom angekündigt. Die Veranstalter dort rechneten mit mehreren hundert Teilnehmerinnen. Am Samstag gibt es eine Mahnwache in Münster auf dem Prinzipalmarkt, Höhe Lambertikirchplatz, unter dem Leitwort „Maria macht Licht“. Treffpunkt ist 19 Uhr.

„Maria 2.0“ unter Feuer

Die zweite Aktionswoche steht unter dem Motto „Feuer“. Die Initiatorinnen von „Maria 2.0“ haben sie nach eigenen Angaben bewusst auf den Anfang des katholischen Marienmonats Oktober gelegt. Zudem stehe sie zeitlich im Zusammenhang mit der Amazonas-Synode im Vatikan. Bei der internationalen Bischofsversammlung, die am Sonntag beginnt und bis 27. Oktober dauert, soll es unter anderem auch um Kirchenreformen gehen.

Vieles werde ähnlich ablaufen wie im Mai, so Kötter. Allerdings seien die Aktionen „diesmal weniger auf Streik gebürstet“. Als eine der außergewöhnlichen und Vorbild gebenden Aktionen nannte Kötter das „Gebet am Donnerstag“  Kloster Dinklage im Oldenburger Land. Dort beten Benediktinerinnen für die Anliegen von „Maria 2.0“. Dazu gehört unter anderem der Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der Kirche.

„Maria 2.0“ und KFD für geschlechtergerechte Kirche

Kötter und vier weitere Münsteranerinnen hatten im Mai zur ersten Aktionswoche aufgerufen. Frauen sollten dabei eine Woche lang weder eine Kirche betreten noch ehrenamtlich tätig werden. Dem Appell waren nach Angaben der Initiatorinnen über 1.000 Gruppen in ganz Deutschland gefolgt.

Bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vorletzte Woche in Fulda hatten die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und „Maria 2.0“ zwei Demonstrationen für eine „geschlechtergerechte Kirche“ organisiert. Auch bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Lingen hatten rund 300 KFD-Frauen für eine stärkere Beteiligung von Frauen demonstriert.