Umfrage in 24 von 27 deutschen Bistümern

„Maria 2.0“: Viele Bischöfe skeptisch – Münster bewertet Aktion nicht

Die deutschen Bistümer reagieren unterschiedlich auf die Proteste der Fraueninitiative „Maria 2.0“. Viele zeigen sich zurückhaltend oder ablehnend, einige wenige begrüßen den Kirchenstreik ausdrücklich. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) in den 27 deutschen Diözesen. 24 Bistümer haben auf die Anfrage geantwortet. Seit Samstag streiken katholische Frauen in ganz Deutschland, um Reformen innerhalb der Kirche anzustoßen.

Rund ein halbes Dutzend Diözesen, darunter Essen, Würzburg, Mainz und Hamburg, äußerten Verständnis für die Anliegen der Frauen. Die Initiatorinnen von „Maria 2.0“ aus Münster treten für den Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche, die Aufhebung des Pflichtzölibats und die umfassende Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch Priester ein.

Lob aus Essen, Osnabrück und Hildesheim, Kritik aus Aachen und Dresden

„Das Anliegen der Frauen ist für mich verständlich“, sagte der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer. „Die Aktion verdeutlicht den enormen Veränderungsbedarf in der katholischen Kirche und führt uns buchstäblich vor Augen, was ohne das große Engagement der Frauen in unserer Kirche nicht möglich wäre.“ Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode begrüßte die Aktion ausdrücklich, ebenso wie sein Amtskollege aus Hildesheim, Heiner Wilmer.

Auf Ablehnung trifft die Aktion beim Aachener Bischof Helmut Dieser. Er könne das Format „geistlich und theologisch“ nicht nachvollziehen. Diese Form des Protests führe zu einer Polarisierung, sagte der Bischof. Auch im Bistum Dresden-Meißen stößt der Streik auf Unverständnis. Der Forderung nach der Weihe von Frauen zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen stünden „die Tradition und Lehre unserer Kirche“ entgegen, sagte ein Sprecher. Auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatte die Forderung der Frauen eine Absage erteilt.

Münster und weitere Bistümer bewerten Aktion nicht

Einige Bistümer, darunter Münster, Trier und Limburg, wollten sich nicht zu der Initiative äußern. Stattdessen verwiesen sie darauf, dass die Vollversammlung der Bischöfe im Frühjahr in Lingen den „synodalen Weg“ beschlossen habe, der alle Themen der Initiative aufgreife.

Die Auswirkungen des Streiks sind regional unterschiedlich, ergab die Umfrage. Viele Bistümer haben keinen Überblick, in welchen Pfarreien gestreikt wird.

Protest statt Streik in Freiburg

Im Erzbistum Freiburg schließen sich die Organisatorinnen der Proteste zwar der Aktion „Maria 2.0“ an, wählen aber nicht die Form eines Streiks, sondern die einer Kundgebung, teilte eine Bistumssprecherin mit. Sie wollten damit verhindern, dass mit einem Streik „die Falschen getroffen würden“.