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Auf Initiative der KFD direkt am Portal von St. Felizitas angebracht

Maria Magdalena bekommt eigenen Apostelleuchter in Lüdinghausen

  • In der Kirche St. Felizitas in Lüdinghausen gibt es einen Leuchter für die Apostelin Maria Magdalena.
  • Er ergänzt die Leuchter für die zwölf bekannten Apostel, die als engste Jünger Jesu aus der Bibel bekannt sind.
  • Die Katholische Frauengemeinschaft hat sich dafür eingesetzt, den Leuchter direkt am Kirchenportal anzubringen - mit gutem Grund.
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In den meisten katholischen Kirchen finden sich zwölf Apostelleuchter. Sie stehen für die bekannten zwölf Apostel, die als engste Jünger Jesu aus der Bibel bekannt sind.

Auf Initiative der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in der Region Lüdinghausen wurde in der Kirche St. Felizitas Lüdinghausen ein 13. Apostelleuchter für die Apostelin Maria Magdalena angebracht. „Der Leuchter steht für die vielen Frauen, die Jesus begleitet und seine Botschaft weitergetragen haben“, erklärt Dorothea Tappe vom Leitungsteam der KFD.

Vorbild für viele Frauen

Der Apostelleuchter befinde sich am Portal des Gotteshauses, weil Maria Magdalena die erste Apostelin gewesen und ihr Einsatz ein Vorbild für viele Frauen sei, „die in den Gemeinden die Türen zum Leben mit Christus öffnen“. Als Pfarrer Benedikt Elshoff den 13. Apostelleuchter segnete, wandte sich Doris Heimsath von der KFD Lüdinghausen an die versammelten Frauen aus mehreren Gemeinden: „Seid mutig und folgt uns nach in euren Pfarreien!“

Mechtild Dömer, seit 55 Jahren Mitglied der KFD, sagte: „Wir ehren Maria Magdalena als Vertreterin für viele andere Nachfolgerinnen im Glauben. Sie war - wie viele andere Frauen zur Zeit Jesu - eine Begeisterte im Glauben.“

Zeugin der Auferstehung

Der Apostelleuchter ist am Portal der Kirche angebracht, weil Maria Magdalena die erste Apostelin war. | Foto: Johannes Bernard
Der Apostelleuchter ist am Portal der Kirche angebracht. | Foto: Johannes Bernard

Eine Marmortafel unter dem 13. Apostelleuchter dokumentiert die entscheidende Aussage der Apostelin: „Er lebt.“ Erklärt wird der Ausspruch in der Beschreibung so: „Du standest am Ostertag den Engeln im Grab Rede und Antwort. Du sprachst klar und offen mit dem vermeintlichen Gärtner. Du sprachst mit dem Auferstandenen und verkündetest jenen, die das Zeichen des geöffneten und leeren Grabes nicht zu deuten wussten, das Osterevangelium.“

Einen 13. Apostelleuchter als Zeichen für die gleichberechtigte Stellung der Frauen in der Kirche hatte vor einiger Zeit auch die KFD St. Maria Magdalena im niederrheinischen Goch aufgestellt. Ebenfalls einen Leuchter für die Apostelin angebracht haben die KFD St. Vitus in Altenoythe im Oldenburger Land in der Dreifaltigkeitskirche sowie die Benediktinerinnen im Kloster Dinklage.

Abgestempelt als „Sünderin“

Mechtild Dömer (links) und Dorothea Tappe von der KFD Lüdinghausen ehren Maria Magdalena als wichtige Zeugin des christlichen Glaubens. | Foto: Johannes Bernard
Mechtild Dömer (links) und Dorothea Tappe von der KFD Lüdinghausen ehren Maria Magdalena als wichtige Zeugin des Glaubens. | Foto: Johannes Bernard

Wie Dorothea Tappe erklärt, feiern die KFD-Gruppen in der Region Lüdinghausen regelmäßig das Fest der heiligen Maria Magdalena. So kamen vor einiger Zeit an einem Festtag der Heiligen 130 KFD-Frauen in den Rosengarten von Seppenrade, um jene Mirjam zu ehren, der in der frühen Kirchengeschichte das Etikett der Sünderin angeheftet wurde.

„Es waren maßgeblich die Schriften von Papst Gregor I. im 6. Jahrhundert, die dieses Bild vermittelten. Heute aber ist Maria Magdalena als jene Jüngerin rehabilitiert, die nach der Heilung durch Jesus von einer schweren Krankheit zur Weggefährtin und Evangelistin wurde und später als erste Zeugin der Auferstehung unter dem Kreuz Jesu stand“, erklärt Tappe.

Den männlichen Aposteln gleichgestellt

Seit 2016 ist Maria Magdalena durch Papst Franziskus als Zeugin des Osterglaubens im liturgischen Kalender als Apostelin den männlichen Aposteln gleichgestellt. Der heilige Thomas von Aquin nannte Maria von Magdala „Apostelin der Apostel“.

Eine weitere Idee möchte die KFD verfolgen: „Eine eigene Stele für heilige Frauen würde gut in die Kirche passen. Sie soll zeigen, dass in der Kirchengeschichte immer auch Frauen Vorbilder im Glauben waren“, sagt Tappe.

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