Europäische Imame bekräftigen Friedensmission

Marsch der Muslime gegen den Terrorismus in Berlin

Der in Paris gestartete „Marsch der Muslime gegen den Terrorismus“ hat Station in Berlin gemacht. Am Sonntag bekräftigten Imame aus zahlreichen europäischen Ländern gemeinsam mit christlichen und jüdischen Vertretern ihre Position gegen Gewalt im Namen der Religion. Der Initiator, der Pariser Imam Hassen Chalghoumi, betonte in der evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dass der Terrorismus nur gemeinsam besiegt werden könne. Rund sechzig Imame reisen bis Freitag als Friedensbotschafter durch Europa. Gestartet waren sie am Samstag in Paris und weitere Stationen der Rundreise werden Brüssel und diverse französische Städte sein.

Der Berliner Imam Mohammed Taha Sabri kündigte an, den Marsch der Muslime gemeinsam mit drei anderen deutschen Imamen zu begleiten. Es gebe keinen islamischen Terrorismus, sondern nur eine faschistische Ideologie, die den Islam missbrauche. Ein Sprecher des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Mohamad Ajjaj, sagte, die muslimischen Gemeinschaften müssten Extremisten stärker an den Rand drängen. Den Reisesegen für die Imame spendeten der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, der Berliner Rabbiner Andreas Nachama und der Dominikaner Maximilian Cappabianca gemeinsam.

Gemeinsames Gedenken der Anschlag-Opfer

Auf dem Breitscheidplatz in der Nähe der Kaiser-Wilhlem-Gedächtniskirche in Berlin fand am 19. Dezember 2016 ein Terroranschlag mit einem LKW statt, der 12 Tote und viele Verletzte forderte. Die Imame gedachten gemeinsam den Opfern des Berliner Anschlages und Betroffenen extremistischer Anschläge weltweit. Der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer, betonte, seine Gemeinde verstehe die Kirche als Ort der Versöhnung aller Religionen. Der Marsch der Imame sei ein starkes Zeichen des Friedens.