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Münchner Kardinal gibt "Großteil seines Privatvermögens" in Stiftung

Marx gibt 500.000 Euro privat für Missbrauchsopfer

  • Der Münchner Kardinal Reinhard Marx will den Großteil seines Privatvermögens für Missbrauchsopfer aufwenden.
  • Dazu will er 500.000 Euro in eine neue Stiftung geben.
  • Betroffene sollen an der Ausgestaltung der Stiftung beteiligt sein.
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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gründet eine Stiftung für Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er habe sich entschlossen, dafür „den allergrößten Teil“ seines Privatvermögens aufzuwenden, insgesamt 500.000 Euro, erklärte Marx.

Die Stiftung trägt den Namen „Spes et Salus“ (Hoffnung und Heil). Sie soll laut Satzung einen Beitrag zur „Selbstermächtigung“ der Betroffenen leisten. Diese würden „gleichberechtigt“ an der Ausgestaltung der Stiftungsleistungen beteiligt.

Geld stammt aus den Bezügen von Marx

Den Vorsitz des Stiftungsbeirats, dem auch ein Betroffener angehören wird, übernimmt laut Mitteilung des Erzbistums der frühere Münchner Generalvikar Peter Beer, der seit einigen Monaten am Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom arbeitet. Mit dem CCP soll die Stiftung kooperieren.

Das Geld stammt laut Marx aus seinen Bezügen, die er in vergangenen Jahrzehnten für seine Tätigkeiten als Institutsdirektor, Professor und Bischof erhalten hat. Marx sagte, er hoffe, dass sich andere mit ihren finanziellen Mitteln und Ideen der Initiative anschlössen.

„Das System Kirche als Ganzes ist schuldig geworden“

„Sexueller Missbrauch im Verantwortungsbereich der Kirche ist ein Verbrechen“, so der Kardinal. „Das System Kirche als Ganzes ist hier schuldig geworden. Die Einsicht in diese Wahrheit hat lange gebraucht und dauert noch an. Auch für mich selbst hat es einer Lerngeschichte bedurft, um das Ausmaß und den Umfang von Missbrauch in der Kirche wahrzunehmen und zu erkennen.“ Umso mehr sei es ihm ein Anliegen als Kardinal und Erzbischof, aber auch als Privatperson, "alles mir Mögliche zu tun, um Missbrauch zu bekämpfen und aufzuarbeiten".

Die Stiftung solle das Engagement der Kirche für Prävention, Aufarbeitung und Anerkennung des Leids ergänzen, so Marx. "Mir ist klar: Geld kann keine Wunden heilen; aber es kann dazu beitragen, dass Bedingungen geschaffen werden, die Heilungs- und Wandlungsprozesse ermöglichen."

Beeindruckt von Betroffenen und ihren Schicksalen

Menschen seien im Raum der Kirche beschädigt worden und hätten dadurch ihren Glauben verloren. Es gehe mit der Stiftung auch um eine Hilfestellung dafür, ihn vielleicht wiederzufinden.

Betroffene hätten ihn in zurückliegenden Jahren "immer wieder sehr beeindruckt", sagte der Kardinal. Die gestifteten Mittel sollten in ihrem Sinn eingesetzt werden. Begegnungen mit ihnen sowie Berichte und Untersuchungen über ihre Schicksale hätten ihm verdeutlicht, "wie viel Kraft aufgewandt werden muss und wie viele Anstrengungen nötig sind, um sich den Ursachen und Folgen von Missbrauch entschieden zu stellen und diese zu bearbeiten".

Als Münchner Erzbischof ist Marx der staatlichen Besoldungsgruppe B 10 zugeordnet. Die aktuelle Tabelle weist ein Monatsbrutto von 13.654 Euro aus.

Update 13.35 Uhr: Text erheblich erweitert.

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