„Wir verlieren einen warmherzigen Bischof“

Marx zum Tod von Lehmann: Ein großer Theologe geht von uns

 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx aus München, hat den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann als „großen Theologen, Bischof und Menschenfreund“ gewürdigt. Marx erklärte am Sonntag: „Mit seinem Tod verlieren wir einen warmherzigen und menschlichen Bischof, den eine große Sprachkraft auszeichnete.“ 

Die Kirche in Deutschland verneige sich vor einer Persönlichkeit, die die katholische Kirche weltweit wesentlich mit geprägt habe. „Ich trauere mit den Gläubigen des Bistums Mainz“, so Marx. Die Deutsche Bischofskonferenz sei Lehmann zu großem und weit über seinen Tod hinausreichenden Dank verpflichtet.

„Lust an der theologischen Debatte“

„Ich erinnere mich gut an unsere ersten Begegnungen, die von Herzlichkeit und Offenheit, vor allem von der Lust an der theologischen Debatte geprägt waren“, sagte Marx. Lehmann habe in der Deutschen Bischofskonferenz Höhen und Tiefen erfahren. Es sei ihm immer wieder um die Frage gegangen, wie eine dem Menschen dienende und zugleich der Tradition verpflichtete Kirche beschaffen sein sollte. 

Die persönliche Wertschätzung, die er jedem Gesprächspartner gegenüber zeigte, sein unglaubliches Gedächtnis und seine theologische Weite hätten für glückliche Jahre in der Deutschen Bischofskonferenz gesorgt. Diesem Erbe sehe er sich verpflichtet, so Marx. 

Er erinnerte auch an schwierige Momente in der Amtszeit Lehmanns als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Dazu habe zum Beispiel das Ringen um den richtigen Weg in der Schwangerenkonfliktberatung und das Bekanntwerden von Fällen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche gehört. Glückliche Momente seien unter anderem die Wiedervereinigung der getrennten deutschen Bischofskonferenzen 1991 und das Gelingen des Weltjugendtags 2005 in Köln gewesen.

Im Lauf des Tages fassen wir weitere Reaktionen zusammen.