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Wie gehen wir mit Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll um? Eine geistliche Serie der Mauritzer Franziskanerinnen im Heiligen Jahr.
„Die Zukunft des Denkens“: So lautete kürzlich das Titelthema der Wochenzeitung „Zeit“. Darin ein großes Interview mit dem US-amerikanischen Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer Ray Kurzweil (77), der schon als Kind von Technik fasziniert war und zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz beiträgt, seit er 1960 als 12-Jähriger in New York den ersten Computer zu Gesicht bekam.
Kurzweil ist davon überzeugt, dass die KI bereits in vier Jahren, 2029, intelligenter sein wird als der Mensch. Dann werde es auch möglich sein, den Menschen durch Implantate im Gehirn dieses Wissen jederzeit zur Verfügung zu stellen. „Mit der KI zu verschmelzen, ist der einzige Weg, nicht von ihr dominiert zu werden“, sagt Kurzweil, ohne diese Entwicklung ethisch zu bewerten.
Der unbequeme Weg von Franziskus von Assisi
Was ist möglich – und was ist richtig? Dürfen wir alles tun, was möglich ist? Diese Fragen beschäftigen uns Menschen immer wieder, nicht nur mit Blick auf Wissenschaft und Technik, sondern auch mit Blick auf unseren persönlichen Lebensweg. Das war schon im 13. Jahrhundert so. Damals hätte der Namenspatron unserer Ordensgemeinschaft, Franziskus von Assisi, Sohn eines reichen Kaufmanns, die Möglichkeit gehabt, ein Leben in Luxus und Bequemlichkeit zu führen.
Doch nach persönlichen, gesundheitlichen und spirituellen Krisen entschied er sich im Alter von 25 Jahren für den unbequemen Weg, der für ihn richtig und wichtig war: Inspiriert vom Evangelium, verschenkte er seinen weltlichen Besitz, um Gott und den Menschen zu dienen. Dabei ahnte er nicht, wie stark seine Entscheidung die Zukunft beeinflussen würde: Viele Menschen schlossen sich ihm an, und die franziskanischen Ordensgemeinschaften und Laien feiern bis heute am Franziskustag Anfang Oktober sein Leben und Wirken.