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Pilgern liegt im Trend: Eine geistliche Serie der Mauritzer Franziskanerinnen im Heiligen Jahr.
Das Pilgern liegt seit einiger Zeit voll im Trend. Zum Beispiel der Jakobsweg, der 1987 vom Europarat zum europäischen Kulturroute erhoben und besonders empfohlen wurde. Auf der offiziellen Website der deutschen Jakobsweg-Zentrale ist zu lesen, dass im bisherigen „Rekordjahr“ 2024 erstmals knapp eine halbe Million Menschen auf dem „Camino“ unterwegs waren. Sie kamen aus fast 200 Ländern, wobei die Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland statistisch gesehen den vierten Platz belegen, nach Spanien, Amerika und Italien.
Für die steigende Bekanntheit und Beliebtheit der Pilgerrouten spielen auch die Medien eine große Rolle. Nachdem Hape Kerkeling 2006 seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ veröffentlicht hatte, stieg die Zahl der Deutschen auf dem „Camino“ so sprunghaft an, dass Statistiker sogar von einem „Kerkeling-Effekt“ sprechen. Auch die vielen tausend Fotos der wunderschönen Landschaft, die in den Sozialen Medien gepostet werden, befeuern den Trend.
Spirituelle Sehnsucht
Auch wenn das moderne Pilgern nicht immer religiös motiviert ist, steht dahinter doch oft eine spirituelle Sehnsucht: die Suche nach dem Wesentlichen, nach dem eigenen Weg und letztlich nach dem Sinn des Lebens. Viele verbinden mit der Pilgererfahrung die Hoffnung, bei sich selbst anzukommen. Das beginnt schon weit vor Beginn der eigentlichen Reise, wenn die Pilgernden ihre Wanderetappen planen, den Alltag hinter sich lassen und überlegen, was wirklich absolut unverzichtbar ist in einem Rucksack, der im besten Fall nur sechs Kilo wiegt.
Es reist sich besser mit leichtem Gepäck: Eine Metapher für die Lebensreise war das Pilgern schon immer und erlebte seinen ersten Boom bereits im Mittelalter. Schon damals gehörte Santiago de Compostela neben Jerusalem zu den drei wichtigsten christlichen Fernpilgerzielen. Außerdem Rom. Dorthin pilgerte Anfang des 13. Jahrhunderts bereits unser Namenspatron, Franziskus von Assisi - und gehörte als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie zu den wenigen, die sich das leisten konnten.