Bischofskonferenz bestätigt: Brief wird am Samstag veröffentlicht

Medien: Papst mahnt deutsche Bischöfe zu Einheit mit Weltkirche

Papst Franziskus hat den katholischen Bischöfen in Deutschland einen Brief geschrieben, in dem es offenbar um die Reformdebatte und den „synodalen Weg“ geht. „Es gibt einen Brief von Papst Franziskus, der am 29. Juni 2019 um 12.00 Uhr veröffentlicht wird“, bestätigte der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Matthias Kopp, dem Portal katholisch.de. Der Inhalt des Briefs ist bisher nicht bekannt. Das Internetportal domradio.de hatte am Mittwoch zuerst von dem Schreiben berichtet.

Demnach hat der Vatikan-Botschafter in Deutschland, Nuntius Nikola Eterovic, den Brief am Wochenbeginn bei der Tagung des Ständigen Rats in Berlin den Bischöfen überbracht. Laut domradio.de hat der Papst den „synodalen Weg“ nicht verboten, wohl aber die Berücksichtigung einiger Wegmarken angemahnt. Unter anderem solle man die Einheit mit der Weltkirche suchen und den Weg der katholischen Lehre nicht verlassen.

Die meisten Bischöfe seien überrascht gewesen, manche aber hätten wohl schon gewusst, dass ein solcher Brief auf dem Weg sei, berichtet das Portal weiter.

Darum geht es beim „synodalen Weg“

Nach intensivem Ringen hatten die deutschen Bischöfe im März bei ihrer Vollversammlung in Lingen ohne Gegenstimmen und bei vier Enthaltungen einen „verbindlichen synodalen Weg“ beschlossen. Dabei soll es um Themen wie Macht, Sexualmoral und die Lebensform der Priester gehen. Ein weiteres Forum zur künftigen Rolle der Frauen in der Kirche ist im Gespräch.

Unter Mitarbeit von katholischen Laien und externen Fachleuten wollen die Bischöfe ihre Positionen zu diesen und anderen strittigen Fragen klären. Der Zeitplan sieht vor, dass Vertreter von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) Anfang Juli über das weitere Vorgehen beraten. Eine erste große Runde soll Mitte September mit etwa 80 Teilnehmern tagen.

Kritiker unter den Bischöfen

Zuletzt hatten sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sowie der scheidende Augsburger Bischof Konrad Zdarsa kritisch über den „synodalen Weg“ geäußert. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sprach sich gegen Reformen nach dem Vorbild des liberalen Protestantismus aus, stellte aber den beschlossenen Weg als solchen nicht in Frage.

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