MEDIEN

Propaganda für das Gute

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Überall schlechte Nachrichten, und Algorithmen verstärken das Schrille. Warum Christen widerstehen sollten und können, sagt Stephan Kronenburg.

Schauen Sie noch Nachrichtensendungen? Informieren Sie sich noch auf Internetseiten oder Social-Media-Plattformen über aktuelle Ereignisse? Oder gehören Sie zu den Menschen, die – so hat es der Kommunikationswissenschaftler Professor Armin Scholl vor kurzem in RUMS (einem lokaljournalistischen Digitalangebot aus Münster) geschrieben – ermüdet sind, durch „die permanente Druckbetankung mit Negativem“?

Scholl beklagt einen Kreislauf: „Medien berichten so negativ und schrill, weil sie im Kampf um Aufmerksamkeit bestehen wollen. (Und) das Publikum nimmt vornehmlich die überdrehten Informationen zur Kenntnis.“

Für eine sachliche Berichterstattung

Das Schrille, das Extreme, das Negative, das Polarisierende wird längst nicht mehr nur durch die Algorithmen der großen Social-Media-Plattformen vorangetrieben. Schon lange spielt diese Dynamik auch im Journalismus die zentrale Rolle. Auch manche kirchliche Medien(häuser) bilden hier keine Ausnahme.

Professor Scholl plädiert dagegen für eine „gemeinwohlorientierte Berichterstattung“. Er wirbt für eine „gemäßigte, lösungsorientierte, sachlich debattierende, zum Nachdenken anregende Berichterstattung“. Ganz ähnlich hat es auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, in seiner Silvesterpredigt 2025 formuliert: „Fehlt es eigentlich an guten Nachrichten – oder erzählen wir zu wenig davon?“

„Wer die beste Geschichte erzählt, gewinnt“

Der Autor
Stephan Kronenburg ist Pressesprecher des Bistums Münster und Leiter der Stabsstelle Kommunikation im Bischöflichen Generalvikariat.

Der von Bätzing und Scholl geforderte Perspektivwechsel ist insofern wichtig, als Wirklichkeit nicht einfach Wirklichkeit ist. Wirklichkeit ist vielmehr das, was erzählt und wahrgenommen wird.

Der Influencer Jannis Johannmeier schreibt dazu: „Wer das Narrativ kontrolliert, kontrolliert die Realität, in der wir leben. … Wer die beste Geschichte erzählt, gewinnt.“ Sein jüngstes Buch trägt den Titel „Propaganda for the Good“, also „Propaganda für das Gute“. Warum dieses Buch mit diesem Titel? Seine Antwort: „Weil es sein muss.“

Für das Gute werben

Als Christinnen und Christen sollten wir Propaganda für das Gute betreiben, weil es sein muss. Denn wir verkünden DIE Frohe Botschaft.

Diese ist nicht naiv, sie ignoriert nicht die Katastrophen unserer Zeit. Aber sie macht jeden Tag im Lebenszeugnis vieler Christinnen und Christen deutlich: Nicht das Negative, nicht Hass, nicht Fremdenfeindlichkeit, nicht Tyrannen und diejenigen, die internationales Recht brechen und Menschenrechte ignorieren, werden sich durchsetzen, sondern die, die Liebe, Menschenfreundlichkeit, Toleranz, Friedfertigkeit leben und propagieren.

In unseren Gast-Kommentaren schildern die Autor:innen ihre persönliche Meinung zu einem selbst gewählten Thema. Sie sind Teil der Kultur von Meinungsvielfalt in unserem Medium und ein Beitrag zu einer Kirche, deren Anliegen es ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen.

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