Finanzielle Sorgen waren 2019 wesentlicher Grund

Mehr als 10.500 Menschen suchen Schwangerenberatung im Bistum auf

Mindestens 10.576 Menschen haben 2019 die katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen im Bistum Münster besucht. Das geht aus Meldungen der Caritas im nordrhein-westfälischen und niedersächsischen Bistumsteil hervor.

Die Caritas im NRW-Teil nennt 8.342 Frauen, Männer und Paare, die Caritas im Oldenburger Land 2.234 Frauen. Da Begleiter offenbar nicht mitgezählt sind, ist die Gesamtzahl der Ratsuchenden höher. Vergleichszahlen aus 2018 nannten beide Caritasverbände zunächst nicht; die unterschiedliche Zählung erschwert den Vergleich ohnehin.

Rechtliche und finanzielle Fragen

Finanzielle Sorgen sind ein wesentlicher Grund für die Beratung. In NRW-Teil hätten 85 Prozent der Besucher dies angegeben, hieß es. Ferner sei Hilfe bei Rechtsfragen und Anträgen gefragt.

Die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ zahlte 2019 den Angaben zufolge rund 2,3 Millionen Euro an etwa 4.300 Klientinnen der katholischen Beratungsstellen im Bistum: 1,5 Millionen Euro an 3.000 Empfänger im NRW-Teil, 800.000 Euro in 1.300 Fällen im Oldenburger Land.

Kirchliche Fördermittel

Hinzu kamen in Westfalen und am Niederrhein 1,3 Millionen Euro aus kirchlichen Fördertöpfen wie dem Bischofsfonds. Im Oldenburgischen werden 100.000 Euro von kirchlichen Stiftungen genannt.

Die Caritas im Oldenburger Land teilt mit, die Hälfte der Beratenen habe ausländische Wurzeln und sogar 57 Prozent keinen Berufsabschluss gehabt. Aus dem NRW-Teil liegen solche Angaben nicht vor.

Die Schwangerschaftsberatung erfolgt laut Caritas kostenlos, unabhängig von Religion und auf Wunsch anonym. Frauen und Paare würden vom Beginn der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes betreut.