Franziskus betet in Steinbruch bei Antananarivo um gerechte Löhne

Mehrere Hunderttausend bei Papst-Messe in Madagaskar

Bei einer Messe mit mehreren hunderttausend Menschen hat Papst Franziskus am Sonntag in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo vor Vetternwirtschaft und Selbstüberschätzung gewarnt. Gewalt, Ausgrenzung, Spaltung, Terrorismus hätten nichts mit dem Christentum zu tun, ebenso wenig Günstlingswirtschaft und Klientelpolitik. Wiederholt rief der Papst die Madagassen auf, an einem gerechten und solidarischen Aufbau des Landes mitzuwirken.

Am Samstagabend hatte er ein Nachtgebet mit rund 100.000 Jugendlichen gefeiert. Dabei warnte sie, in den oft schwierigen Lebenslagen gebe es viele, „die versuchen, euch einzuschläfern, euch zu zähmen, euch zu betäuben oder zum Schweigen zu bringen“. Es brauche Furchtlosigkeit und keine Scheu, sich die Hände schmutzig zu machen.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Am Sonntagnachmittag besuchte Franziskus ein Wohn- und Beschäftigungsprojekt für Menschen, die früher auf Müllhalden lebten. Das 1989 gegründete Projekt nannte er einen Beweis dafür, dass „Armut kein unabänderliches Schicksal ist“. - Die Republik Madagaskar zählt auf einer Fläche von 587.000 Quadratkilometern rund 27 Millionen Einwohner und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

Bei seinem anschließenden Besuch in einem nahe gelegenen Steinbruch betete Franziskus um angemessene Löhne für die Arbeiter und ihre Familien. Es dürfe „keinen Raum für Hass, Rache und Bitterkeit“ geben. Ebenso mahnte er Schulbildung, ausreichende Lehrergehälter, Arbeitssicherheit und Gesundheit an.

Mit einer Begegnung mit Priestern und Ordensleuten endete am Nachmittag das Besuchsprogramm auf Madagaskar. Für Montag ist ein Tagesbesuch auf der rund 1.000 Kilometer östlich gelegenen Insel Mauritius vorgesehen. Am Dienstag kehrt der Papst nach Rom zurück.