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Die 1000 Jahre alte Kirche Sankt Michael in Bamberg ist wiedereröffnet worden. Erzbischof Gössl schlug einen Bogen ins Heute.
Mit einem Gottesdienst ist die Bamberger Kirche Sankt Michael nach 14 Jahren und einer umfassenden Generalsanierung am Samstag wiedereröffnet worden. In seiner Predigt mahnte der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl, nicht nur die Kirche müsse sich immer wieder erneuern, sondern auch das menschliche Leben, wie das Erzbistum mitteilte. Menschen gingen heute zwar oft rücksichtsvoller miteinander um als früher. Dennoch gebe es immer wieder Rückfälle in dunkle Machenschaften.
"Mein Eindruck ist, dass viele Menschen heute gerne einen oberflächlichen, äußeren Glanz zur Schau stellen, aber sich sehr davor hüten, tiefer zu blicken", sagte der Erzbischof. Oft bestehe im Leben durch einen fehlenden Halt "akute Einsturzgefahr", so Gössl mit Blick auf die Schäden, die an der Kirche Sankt Michael behoben werden mussten. Christen fänden diesen Halt in Gott und könnten so die dunklen Seiten des Lebens bekämpfen.
Erzbischof Gössl: Erde bewahren, nicht ausbeuten
Die bedeutende Klosteranlage Sankt Michael mit ihrer über 1.000 Jahre alten Kirche liegt hoch über Bamberg. Bis zur Säkularisation 1803 lebten dort Benediktiner. Im November 2012 hatten sich Putz- und Steinstücke aus der Decke des Kirchenschiffs gelöst und waren auf eine leere Kirchenbank gefallen. Anschließend war die Kirche für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Experten hatten festgestellt, dass die Gewölbe sich absenkten und das Mauerwerk Risse aufwies; auch an vielen anderen Stellen waren Mängel gefunden worden.
Gössl ging auch auf den sogenannten Himmelsgarten der Michaelskirche ein, ein bemaltes Deckengewölbe, das fast 600 Blumen und Heilkräuter zeigt. Er erinnerte daran, dass es nicht der Auftrag des Menschen sei, die Erde auszubeuten, sondern sie zu hüten und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.