WELTMISSIONSMONAT

Militärputsch, Krieg, Erdbeben: Missio startet Aktionsmonat für Myanmar

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In Myanmar regiert das Militär mit harter Hand, dann bebte die Erde. Wie die katholische Kirche dort hilft – trotz allem.

Den bundesweiten katholischen Monat der Weltmission hat Bischof Franz-Josef Overbeck mit einem Gottesdienst in Essen eröffnet. Er rief zur Verteidigung von Menschenwürde und Demokratie weltweit auf.

Die vom Hilfswerk Missio organisierte Solidaritätsaktion soll in diesem Jahr besonders in zwei Ländern in Asien helfen: im von Krieg und Erdbeben erschütterten Myanmar und auf den Philippinen. Der Monat endet mit der Kollekte am Weltmissionssonntag, 26. Oktober.

Overbeck: Die Demokratie schützen

Christen hätten die Aufgabe, Hoffnung zu vermitteln in einer Welt von Krisen, betonte Overbeck. Eindringlich rief er dazu auf, die Demokratie zu schützen. Die Aktionsgäste aus Myanmar wüssten, was ein Fehlen von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit bedeute. Der Erzbischof von Mandalay, Marco Tin Win (65), ergänzte, er habe in seinem Leben nur fünf Jahre Demokratie erlebt.

Overbeck sagte, die Menschheit lebe in gefährlichen Zeiten, in denen die Möglichkeit groß sei, falsch abzubiegen. In Deutschland sei das schon einmal geschehen, „mit horrenden Folgen“, so der Bischof unter Anspielung auf die Zeit des Nationalsozialismus' und des Zweiten Weltkriegs.

Missio-Präsident: Hilfe in Myanmar ist dringend

Missio-Präsident Dirk Bingener sagt: „Es gibt nach meinem Gefühl keinen Weltmissionsmonat, der dringender war als der mit dem Beispielland Myanmar.“ Seit dem Militärputsch 2021 führe das Regime einen brutalen Krieg gegen die Bevölkerung.

Hunderttausende seien vertrieben worden, Menschenrechte und Religionsfreiheit würden verletzt. Zudem richtete im März ein Erdbeben schwere Zerstörungen in Myanmar an.

Erzbischof: So helfen wir in Myanmar

Erzbischof Tin Win berichtet, Priester und Ordensschwestern versorgten durch das Erdbeben obdachlos gewordene Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten. Ein Problem der Helfenden sei, dass sie selbst vom Krieg und der Naturkatastrophe traumatisiert seien.

Inzwischen seien mit Spenden Hütten und Zelte errichtet worden. Da viele Schulen zerstört seien, hätten oft Priester den Unterricht übernommen. Von den 41 Pfarreien seines Bistums seien 17 schwer getroffen und teils zerstört, so Tin Win. Auch seine Bischofskirche sei nicht mehr zu betreten.

Gast aus Myanmar im Bistum Münster

Missio hat nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren 129 Projekte der katholischen Kirche in Myanmar mit insgesamt 6,35 Millionen Euro unterstützt. In dem Land seien Christen mit sechs Prozent der Bevölkerung eine Minderheit. Nur ein Prozent seien Katholiken.

Erzbischof Tin Win ist von Donnerstag, 2. Oktober, bis Dienstag, 7. Oktober, im Bistum Münster zu Gast. „Die Kirche in Myanmar muss oft improvisieren“, sagt Münsters Missio-Diözesandirektor Weihbischof Stefan Zekorn laut Bischöflicher Pressestelle. „Sie organisiert Unterricht und Ausbildung für junge Geflüchtete, verwandelt Pfarreien in Hilfszentren für Erdbebenopfer und setzt sich für Frieden und Versöhnung ein. Von unseren Gästen aus Myanmar können wir lernen, wie der Glaube auch in extremen Situationen Kraft gibt.“

Größte katholische Solidaritätsaktion

Der Monat der Weltmission ist die weltweit größte katholische Solidaritätsaktion. Sie steht 2025 unter dem Leitwort „Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“.

Am Weltmissionssonntag sammeln mehr als 100 päpstliche Missionswerke auf allen Kontinenten für die soziale und pastorale Arbeit der Kirche in den 1.100 ärmsten Bistümern der Welt.

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