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Das katholische Hilfswerk setzt sich für Job-Perspektiven ein. Wie es hilft – und was das mit Migration zu tun hat.
Mit Appellen gegen soziale Ungleichheit in der Welt hat das katholische Hilfswerk Misereor seine Fastenaktion eröffnet. Beim Eröffnungsgottesdienst im hessischen Hofheim, den das ARD-Fernsehen übertrug, predigten die Bischöfliche Bevollmächtigte im Bistum Limburg, Hildegard Wustmans, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Limburger Bischof, Georg Bätzing, im Dialog.
„In welche Zukunft gehen wir, in der die Erde ausgebeutet wird, Ressourcen geraubt werden, der Klimawandel voranschreitet?“, fragten Wustmans und Bätzing. „Wo stehen wir dann? Auf welcher Seite?“
Fluchtursachen beheben
Die Fastenaktion 2026 steht unter dem Motto „Hier fängt Zukunft an“. Sie lädt ein, sich mit der Situation junger Menschen in benachteiligten Weltregionen auseinanderzusetzen. Am Beispiel von Ausbildungsprojekten einer Misereor-Partnerorganisation im afrikanischen Kamerun werde deutlich, wie Menschen über die Förderung beruflicher Bildung und persönlicher Weiterentwicklung neue Chancen erhielten, hieß es.
Misereor-Bischof Stephan Burger erinnerte daran, dass niemand „gerne und freiwillig sein familiäres Umfeld“ verlasse. Die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in den Heimatländern der Menschen sei die beste Bekämpfung von Fluchtursachen – und nicht das Abweisen an Grenzen.
Wie lokale Strukturen helfen
Misereor-Chef Andreas Frick sagte, das Hilfswerk setze bewusst auf lokale Strukturen: „Wenn wir kleine Betriebe stärken, schaffen wir unmittelbar Einkommen, Stabilität und Perspektiven. Kleine Strukturen sind zudem resilient: Sie funktionieren auch dann noch, wenn staatliche Unterstützung fehlt oder politische Unsicherheiten bestehen.“
Auf Netzwerke setzt auch der Erzbischof von Douala, Samuel Kleda. Er habe alle Pfarreien im Erzbistum aufgefordert, Ausbildungszentren zu errichten. In Kamerun leben gut 30 Millionen Menschen. Das Durchschnittsalter liegt bei 19,4 Jahren. Die Jugendarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung ist hoch, auch wenn es keine verlässlichen Zahlen gibt.
Am 22. März, dem fünften Fastensonntag, findet in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands die Kollekte für die Arbeit von Misereor statt.