SEXUALISIERTE GEWALT

Umgang mit Missbrauch: Mainzer Bischof Kohlgraf hinterfragt Papst Leo XIV.

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Befasst sich die Kirche zu sehr mit sexualisierter Gewalt? Aussagen Leos XIV. lassen diese Interpretation zu. Wie ein Bischof die Sache sieht.

Von KNA

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hinterfragt jüngste Aussagen von Papst Leo XIV. zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche. Leo habe gesagt, sich ausschließlich auf das Thema der sexualisierten Gewalt zu konzentrieren, entspreche nicht dem Auftrag der Kirche und dem, was die Welt von ihr erwarte. Außerdem habe der Papst davor gewarnt, sich vom Missbrauchsskandal "vollständig in Beschlag nehmen zu lassen", sagte Kohlgraf bei einer Veranstaltung im Landtag von Rheinland-Pfalz.

"Einige Menschen haben den Papst so verstanden, als wolle er die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt relativieren. Auch ich kann an die Aussagen des Papstes zum Auftrag der Kirche und des Evangeliums zumindest ein Fragezeichen setzen", so der Bischof. "Sexualisierte Gewalt ist ein Verbrechen am Menschen und ein Verrat am Evangelium." Das habe auch Leo XIV. hervorgehoben.

"Wir übernehmen Verantwortung"

Auftrag des Evangeliums sei, Menschen zu stärken und sie entsprechend ihrer Würde zu behandeln: "Ich kann Ihnen versichern, dass wir uns im Sinne dieses Auftrags nicht zurücklehnen werden und dass es auch weiterhin unser Fokus sein wird, Verantwortung für das Versagen der Kirche auf verschiedenen Ebenen zu übernehmen", betonte Kohlgraf.

Der Weg zu einem Mentalitäts- und Haltungswechsel im System Kirche sei nicht abgeschlossen. Leitend müsse immer die Perspektive der Betroffenen sein. Es sei weiter zu schauen, wo es "blinde Flecken" gebe: "Wo wird vielleicht immer noch verharmlost, geschwiegen oder vertuscht? Dabei darf es keine Rolle spielen, ob dieser Blick unbequem ist oder fest Etabliertes hinterfragt."

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