Politik diskutiert Straßennamen

Missbrauch: Bischofsorte in Oelde und Vreden vor Umbenennung?

  • In den Städten Oelde und Vreden wird über die Umbenennung von Straßen, die früheren Münsteraner Bischöfen gewidmet sind, diskutiert.
  • In Oelde sind drei Straßen betroffen, in Vreden eine.
  • Den Bischöfen wird Vertuschung von Missbrauchstaten geworfen.

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Die Städte Oelde und Vreden entscheiden in der kommenden Woche über die Umbenennung von Straßen, die früheren Münsteraner Bischöfen gewidmet sind. Den Kirchenmännern wird Vertuschung von Missbrauchstaten vorgeworfen.

Am 24. Oktober befasst sich der Stadtrat von Oelde mit dem Thema, wie der Online-Sitzungskalender des Gremiums zeigt. Dort geht es um gleich drei Straßen: die Michael-Keller-Straße, die Joseph-Höffner-Straße und die Heinrich-Tenhumberg-Straße, wie Kirche-und-Leben.de bereits im Juli berichtet hatte.

Eine Straße in Vreden-Lünten betroffen

Der Stadtrat von Vreden bespricht eine mögliche Umbenennung der Bischof-Tenhumberg-Straße im Dorf Lünten am 27. Oktober, wie die Stadt mitteilte. Bereits diesen Donnerstag wird es in Lünten eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger geben, zu der auch der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, kommen wird.

Mitte Juni hatten Forschende der Universität Münster eine Aufarbeitungsstudie im Auftrag des Bistums veröffentlicht. Darin werfen sie den früheren Bischöfen Michael Keller (Amtszeit 1947-1961), Joseph Höffner (1962-1969), Heinrich Tenhumberg (1969-1979) und Reinhard Lettmann (1980-2008) vor, Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen gemacht zu haben. So hätten die Bischöfe verurteilte Geistliche immer wieder in der Seelsorge eingesetzt und damit weitere Taten ermöglicht. Sie seien daher für eine „klerikale Vertuschungsgeschichte“ verantwortlich.

Stiftung sucht neuen Namen

Die Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung in Münster, die Schwangere und Familien unterstützt, hat sich bereits zu einer Umbenennung entschieden. Derzeit wird ein neuer Name gesucht.

Auch andere Städte und Gemeinden haben Straßenumwidmungen beschlossen, etwa Kevelaer, Hildesheim und Duderstadt. In diesen drei Städten waren Straßen nach dem ehemaligen Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (Amtszeit 1957-1982) benannt. Er ist der einzige deutsche Bischof, dem selbst sexueller Missbrauch von Minderjährigen angelastet wird. Die Vorwürfe konnten bislang jedoch nicht sicher bestätigt werden.