ERZBISTUM

Nach Missbrauchsstudie: Stadt Paderborn will Kardinäle nicht mehr ehren

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Systematische Vertuschung von Missbrauch: Das wirft eine Studie den früheren Kardinälen Jaeger und Degenhardt vor. Nun gibt es Konsequenzen.

Von KNA

Nach Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie sollen in Paderborn der Kardinal-Degenhardt-Platz und die Kardinal-Jaeger-Straße umbenannt werden. Wie das „Westfalen-Blatt“ am Donnerstag berichtete, kündigte Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (CDU) an, entsprechende Vorschläge nächste Woche in die politischen Gremien einzubringen. Die Zustimmung der Lokalpolitik gilt der Zeitung zufolge als sicher.

„Das Ausmaß und der Umfang des Missbrauchs sowie die hohe Betroffenheit gebieten es, Entscheidungen nicht zu verzögern“, sagte Strate. Die Verwaltung werde auch vorschlagen, sich von der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an die beiden Kardinäle zu distanzieren. Eine Aberkennung der Ehrenbürgerwürde sei rechtlich nicht möglich, da diese mit dem Tod der Geehrten erlösche.

Missbrauch im Erzbistum Paderborn: Klima des Schweigens

Die in der vergangenen Woche vorgestellte Studie der Universität Paderborn hatte den Umgang mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum Paderborn in der Amtszeit der beiden inzwischen gestorbenen Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt zwischen 1941 und 2002 untersucht. 

Die Autorinnen fanden Hinweise auf 210 beschuldigte Kleriker und 489 Betroffene und sprechen von systematischer Vertuschung und mangelnder Aufarbeitung. Betroffene hätten in einem Klima aus Schweigen, Leugnung und Feindseligkeit gelebt.

Bürgermeister Strate lobte die Untersuchung als wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung. Die Stadt unterstütze die Zusammenarbeit des Erzbistums mit den Betroffenen.

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