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Ein Fall im Bistum Trier betrifft drei aktive Diözesanbischöfe

Missbrauch in Trier: Vorwürfe gegen Marx, Ackermann und Bätzing

  • Beim Umgang mit einem Missbrauchsfall im Bistum Trier sollen der damalige dortige Bischof Reinhard Marx, sein Nachfolger Stephan Ackermann und dessen früherer Generalvikar Georg Bätzing Fehler begangen haben.
  • Auf einen entsprechenden Medienbericht reagieren die Bistümer Trier, Limburg und München.
  • Bei Marx soll es sich um „mehrere eindeutige Pflichtverletzungen“ handeln.
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Die Bistümer Trier, Limburg und München haben mit einer gemeinsamen Stellungnahme auf die Vorwürfe von Versäumnissen im Umgang mit Missbrauchsfällen gegen ihre jeweiligen Bischöfe reagiert. Die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ veröffentlichte Recherchen zu einem Fall im Bistum Trier. Beim Umgang mit ihm hätten Reinhard Marx (2002-2008 Bischof von Trier), sein Nachfolger Stephan Ackermann und dessen früherer Generalvikar Georg Bätzing, heute Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Fehler begangen.

Bei Marx handle es sich um „mehrere eindeutige Pflichtverletzungen“, schreibt das Blatt und beruft sich auf die Einschätzung zweier Kirchenrechtsprofessoren. Dabei sei auch gegen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen worden.

Komplexer Fall

„Die Bischöfe und die anderen an diesem Fall maßgeblich Beteiligten wollen sich ihrer Verantwortung stellen“, heißt es in der Stellungnahme der Bistumssprecher. „In der Tat sind im Verlauf der Bearbeitung dieses Falles Fehler passiert, sowohl im Umgang mit Betroffenen als auch in der Handhabung der Bearbeitung.“ Die damals und heute im Bistum Trier Verantwortlichen hätten dies „mehrfach öffentlich eingeräumt und ausdrücklich bedauert“.

Mit mehreren staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren gegen den beschuldigten Priester, mehreren Betroffenen und zwei kirchenrechtlichen Voruntersuchungen weise der Fall eine „hohe Komplexität“ auf, so die Pressesprecher. Im Verlauf der zweiten Voruntersuchung habe sich der Missbrauchsverdacht erhärtet.

Kommission in Trier soll sich befassen

Daher seien 2017 alle bis dahin vorliegenden Verdachtsfälle der Glaubenskongregation gemeldet worden. Sie habe ein Strafverfahren am Gericht des Erzbistums Köln eingeleitet, das noch nicht abgeschlossen sei. Finanzielle Leistungen in Anerkennung des Leids seien deshalb noch nicht gezahlt worden.

Die beteiligten Verantwortlichen setzten darauf, dass sich die unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Trier mit dem Fall befasse. Diese solle Empfehlungen machen zu weiteren Schritten der Aufarbeitung und Konsequenzen für die Zukunft.

Kein Zusammenhang mit Verdienstkreuz-Verzicht von Marx

Die Sprecher fügten hinzu, bis zum Abschluss des Kirchengerichtsverfahrens in Köln würden sie keine weiteren Fragen zum Fall beantworten. Der Sprecher von Kardinal Marx erklärte auf Nachfrage, dessen gestern erklärter Verzicht auf die Annahme des Bundesverdienstkreuzes habe mit den Recherchen nichts zu tun.

Laut „Christ & Welt“ bekam Marx als Bischof von Trier 2006 „starke Hinweise“, dass der betreffende Geistliche, ein in seiner saarländischen Gemeinde angesehener Pfarrer, Missbrauchstäter sein könnte. Marx sei aber untätig geblieben.

Acht Anzeigen gegen beschuldigten Priester

Der Pfarrer habe jahrelang weiter Kontakt zu Minderjährigen pflegen und mit ihnen Urlaub machen können. Achtmal sei der Priester in 15 Jahren wegen Missbrauchs angezeigt worden, ohne dass er aus dem Verkehr gezogen worden wäre.

Akten aus staatsanwaltlichen Ermittlungen, die nur wegen knapp eingetretener Verjährung eingestellt wurden, seien vom Bistum nicht angefordert worden. Der Vatikan sei nicht rechtzeitig informiert, anfangs nur mit dem Beschuldigten, nicht aber mit dem Betroffenen gesprochen worden.

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